Stadtberger Geschichten: Lest und tauscht! Der Bücherschrank in Leitershofen

Ein kleiner wetterfester Schrank lädt die Leitershofer Bürger und ihre Gäste zum Lesen und Bücher-Tauschen ein. Foto Monika Saller
 
Eine wundervolle Schatzkiste für Leseratten: Der Bücherschrank in Leitershofen am Brunnenplatz. Foto: Monika Saller

Kleiner Schrank mit großer Wirkung: Seit drei Jahren lädt der offene Bücherschrank zur literarischen Entdeckungstour ein.

„Stellen Sie Bücher hinein oder nehmen Sie welche heraus. Tauschen oder behalten Sie die Bücher. Ohne jegliche Formalität, rund um die Uhr, an jedem Tag im Jahr.“ So steht es auf der Info-Tafel am Bücherschrank in Leitershofen. 2015 wurde er offiziell von Stadtbergens Bürgermeister Paul Metz, LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher und den Bücherschrankpaten Ludwig Beierlein und Johann Kammerer eingeweiht, direkt auf dem Brunnenplatz.
Als große Bereicherung für das kulturelle Leben und das Miteinander in Leitershofen wurde der wetterfeste Stahlschrank, gestaltet und aufgebaut von Architekt Hans Jürgen Greve, zu seiner Einweihung bezeichnet. In unmittelbarer Nähe der Sitzgruppe rund um den plätschernden Brunnen lädt er dazu ein, die etwa 250 Bücher nach Lesestoff zu durchforsten.

Auch für Kinderbücher ist ein Fach reserviert. In den umliegenden Geschäften konnte man in den drei Jahren des Bestehens beobachten, dass Leute sich direkt an den Brunnen setzen um zu lesen. Auch Mitarbeiter nutzen das Angebot in ihrer Mittagspause.
Einige Bücher sehen aus, als hätten sie ihren Rücken die kompletten drei Jahre lang in die bleichende Sonne gehalten. Doch der rege Wechsel aller anderen Tauschobjekte wiegt dieses Manko auf. Während ich so durch die Regalböden stöbere, steuert eine elegante Dame auf den Bücherschrank zu, steckt zwei dicke Bildbände in die Reihen und im Davoneilen erzählt sie mir, dass sie öfter komme und niemals „Schund“ hineinlege. Eine Mama mit Kleinkind und Baby kommt gezielt vorbei. Das kleine Mädchen kennt sich aus und zieht



gleich einige interessante Bücher aus dem untersten Fach. „Wir kommen immer wieder und finden hier vor allem schöne Kinderbücher. Weil ich nun auch manchmal selbst wieder zum Lesen komme, nehme ich mir auch ab und zu ein Buch mit. Leider benutzen wohl einige Leute den Schrank, um Altes loszuwerden“, meint die Mama und schon sind die Drei weitergegangen.
Johann Kammerer, der als Pate des Bücherschrankes immer wieder dort nach dem Rechten schaut und sogar von seiner Wohnung aus den Brunnenplatz im Blick hat, stellt fest, dass man ihm nicht viel Arbeit macht. „Die Leute benehmen sich anständig, die Bücher werden pfleglich behandelt und der Schrank sah noch nie aus wie Kraut und Rüben.“ Er überlege immer wieder, ob er alte Bücher entfernen solle, aber: „Eigentlich will ich mir das nicht anmaßen“, meint er.
Der Sponsor LEW engagiert sich unter anderem mit seinem Bildungsprojekt „3malE – Bildung mit Energie“ mit Projekten, Fortbildungsangeboten und pädagogischen Materialien rund um das Thema Energie, aber auch zu gesellschaftlichen und ökologischen Fragestellungen. (Vor-)Schüler, Erzieher und Lehrer, aber auch Hochschuldozenten und Eltern werden unterstützt. Der Bücherschrank passte da gut ins Konzept.
Neben der Anregung zum Miteinander ist der Schrank auch ein schönes Beispiel für nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen. Deshalb ist es zu begrüßen, dass die Stadt über einen weiteren Bücher-Tausch-Ort vor dem Stadtberger Rathaus nachdenkt.
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