Steckbrief: Chamäleon

Kletterkünstler Dreihornchamäleon, auch Jacksons Chamäleon genannt (Foto: H. Kempf)

Oder: Welches Tier passt zu mir?*

Allgemein: Chamäleons sind leguanartige Reptilien. Sie stammen aus afrikanischen Regenwäldern, sind wildlebend allerdings vielfach im Bestand bedroht. Es gibt an die 200 Arten, von fingerlang bis 70 cm groß. Alle können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen, die meisten je nach Gemütslage und Umweltbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit …) ihre Hautfarbe wechseln. Chamäleons sind sehr sensible und empfindliche Tiere. Sie sind in Gefangenschaft eher schwer zu halten und eignen sich ausschließlich zum Beobachten, keinesfalls zum Streicheln.

Lebenserwartung: je nach Art 6 Monate – 15 Jahre

Haltung: Einzeln oder als gemischtgeschlechtliches Paar in einem wirklich großen Terrarium. Es muss ausreichend Platz und Gelegenheit zum Klettern und Verstecken bieten. Geeignet sind unterschiedlich dicke, belaubte Ästen sowie Erde auf dem Boden. Glasterrarien für männliche Tiere innen mit Holz oder Kork auskleiden, da sie auf ihr Spiegelbild oft aggressiv reagieren (Rivale). Alle Chamäleons brauchen viel frische Luft, bei über 15 °C gern im Netzterrarium ins Freie stellen. Auf ausreichend Feuchtigkeit achten (Wasser sprühen, Regenanlage), aber auch auf Sonnenplätze.

Futter: Insektenfresser (Heuschrecken, Mehlwürmer, Fliegen, Schaben …). Manche Arten fressen auch Obst und Blätter. Vorsicht vor Überfütterung und Verstopfung, am besten nicht täglich füttern. Vitamine und Mineralstoffe ggf. ergänzen. Stets frisches Trinkwasser, bevorzugt fließend (Zimmerbrunnen).

Zum Tierarzt bei: Bei farbändernden Arten sind ungewöhnliche Farbveränderungen oder gar keine Farbwechsel mehr ein Alarmsignal. Chamäleons erkranken schnell, die Sterblichkeit ist dann sehr hoch. Ohne Männchen lebende Weibchen sind von Legenot bedroht, d.h. reife Eier werden nicht gelegt sondern verwesen im Körper. Für eine gute Haltung von Chamäleons ist die Begleitung durch einen erfahrenen Tierarzt unbedingt anzuraten.

* Ein Service des Tierschutzvereins Augsburg und Umgebung e.V.


In eigener Sache:
Erst vor Kurzem wurde in Lechhausen ein ausgebüchstes Chamäleon gefunden. Der Tierschutzverein Augsburg arbeitet in solchen Fällen bewährt gut mit dem Tierarzt Hermann Kempf zusammen. Der Exoten-Spezialist kennt viele der in und um Augsburg gehaltenen Reptilien persönlich. So auch in diesem Fall. Das Tier war bereits vermisst worden und fand durch die freundliche tierärztliche Vermittlung schnell wieder den Weg zurück ins heimische Terrarium.
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