Tauchclub Untertaucher e.V. bilden Naturschutztaucher aus - ein Schritt weiter im Naturschutz

  Am vergangenen Wochenende vom 30.06. – 01.07. 2018 wurden 15 Taucher aus unserem Tauchclub Untertaucher e.V. in Augsburg zu Naturschutztauchern ausgebildet.

Eigens dafür angereist war Volker Krautkrämer, selbständiger Biologe aus Nordrhein-Westfalen. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland NABU e.V. bildet er hauptsächlich in NRW und BW Sporttaucher zum Naturschutztaucher aus. 2008 begann die erste Zusammenarbeit zwischen Naturschützern und Sporttauchern in Brandenburg, 2013 wurde dieses Projekt mit dem Deutschen Naturschutzpreis geehrt. Seit 2016 gibt es, als Reaktion auf den großen Erfolg, eine Kooperation zwischen dem Verband Deutscher Sporttaucher und dem NABU Bundesverband.
In dem Spezialkurs „Tauchen für den Naturschutz“, werden hier Sporttaucher zu Naturschutztauchern ausgebildet. Seit 18 Jahren gibt es laut EU-Verordnung die Pflicht, jeden See, der größer ist wie 50 ha, auf Landesebene zu überwachen. Bei kleineren Seen ist das nicht der Fall. Umso wichtiger ist hier die Ausbildung der Sporttaucher, um auch bei diesen Seen eine gute Wasserqualität auf lange Sicht zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Das dies kein leichtes Unterfangen werden würde, wurde unseren Tauchern spätestens nach den ersten Theoriestunden klar. Da rauchte manch einem gewaltig der Kopf. Nicht nur die Pflanzen mussten mit lateinischer Bezeichnung gelernt werden, auch Muscheln, Fische und die Eingruppierungen der Seen gehörten zu diesem anspruchsvollen Ausbildungsprogramm.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann an den praktischen Teil. Im Anschluss erfolgte eine Lagebesprechung und Einteilung der Gruppen. Dann wurde als erstes der Friedberger Baggersee betaucht. Um ein repräsentatives Ergebnis zu bekommen, ist es wichtig, den See an mehreren Stellen zu begutachten. Vorsichtig wurden Proben von Pflanzen entnommen und eifrig Fotos von Fauna und Flora gemacht. Anschließend trafen sich alle wieder im Clubheim in der Katzbachstraße, um alle Ergebnisse zusammen zu tragen.
Die Pflanzen wurden begutachtet, bestimmt und anschließend gepresst, um ein Herbarium anzulegen. Auch wurden alle Fotos genau analysiert, um sich dann unter Berücksichtigung aller Fakten ein Bild über den See zu machen. Ein aufregender und anstrengender Tag ging zu Ende.

Doch auch der zweite Tag hatte es in sich. Hier gab es wieder zuerst den theoretischen Unterricht mit nochmaliger Besprechung des ersten Tages. Nach einer Pause ging es dann an den Lechfischer See in Kissing. Dieser See gehört zu den Gewässern, welche der Lechfischerei Verein besitzt. Da jedoch die Untertaucher und der Lechfischerei Verein mittlerweile eine sehr gute Kooperation haben und eine gute Freundschaft pflegen, war es unkompliziert, hier eine Genehmigung zum tauchen zu bekommen.

Es wurden wieder Proben entnommen und Fotos gemacht, Ergebnisse dann im Clubheim wieder zusammengetragen und besprochen, Pflanzen sortiert und gepresst um erneut ein Herbarium anzulegen und anschließend wurde wieder der See unter Berücksichtigung aller Untersuchungsergebnisse beurteilt.

Bereits beim zweiten Tauchgang ging es allen Tauchern so, dass sie mit einem anderen Blick, mit einem offeneren, ja vielleicht sogar wissenderen Blick in den See gingen. Das wird wohl auch in Zukunft so sein. Vor zwei Jahren wurde zwar schon einmal eine Gruppe Sporttaucher ausgebildet, von denen aber keiner mehr aktiv ist, d.h. die Untertaucher besitzen die einzig aktiven Naturschutztaucher in Bayern
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Es ist für uns selbstverständlich dieses erworbene Wissen auszubauen und für den Erhalt der Gewässer anzuwenden.
Naturschutz geht jeden etwas an, deshalb freuen wir uns auf viele neue Kooperationen mit Vereinen und zuständigen Behörden.
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