Tierschutzverein Augsburg zieht Bilanz: 2300 hilfsbedürftige Tiere gerettet

Tierpflegerin Joana Müller und ihre Kolleginnen päppelten die fast verhungerte Mischlingshündin liebevoll auf. (Foto: Christine Wieser)
 
Als Mischlingshündin Kisha ins Tierheim kam, war sie bis auf die Knochen abgemagert und hatte kein Vertrauen mehr zu Menschen. (Foto: TierSV)
Augsburg: Tierheim Augsburg |

2300 hilfsbedürftige Haus-, Wild- und exotische Tiere fanden 2018 Obhut im Augsburger Tierheim, auf Gut Morhard und in 13 Taubenhäusern.

„2018 war für uns ein großartiges und auch intensives Jahr“, so Heinz Paula, Vorsitzender des Tierschutzverein Augsburg.

Der Tierschutzverein Augsburg und Umgebung habe viele schwierige Themen gemeistert, Projekte angestoßen und auch im kommenden Jahr werde es viel Neues geben.

Hilfe leistete das Augsburger Tierheim 2018 bei über 2300 Haus-, Wild- und exotischen Tieren. Das waren rund 600 mehr Tiere als in den vorangegangenen Jahren.

Kisha wechselt aus dem Tierheim in neues Zuhause

Als Kisha vor einem halben Jahr in die Obhut des Augsburger Tierheims kam, war sie bis auf die Knochen abgemagert und ihr fehlte das Vertrauen zu den Menschen“, berichtete Sabine Gaßner, Geschäftsführerin des Tierschutzverein Augsburg. Die vierjährige Mischlingshündin eines „Hundetrainers“ und neun weitere vernachlässigte Artgenossen wurden von den Behörden im Landkreis Aichach-Friedberg beschlagnahmt.

Gaßner freut sich, dass Kisha aufgrund der Zuwendung und Pflege ihres Teams wieder Vertrauen zu Menschen aufbauen konnte, sich prächtig entwickelte, zehn Kilogramm zunahm und in der ersten Januarwoche ein neues Zuhause bekam.

Sabine Gaßner erinnert an Vogelrettung

Des Weiteren erinnerte Gaßner an einen Fall, in dem rund 150 Vögel im Stadtteil Oberhausen aus ihrem erbärmlichen Dasein gerettet werden mussten.

Veterinäramt versagt

„Die Fälle, bei denen Behörden eingeschaltet werden, nehmen zu“, weiß Paula. „Ich wurde fuchsteufelswild, als ich Mitte November vom massiven Versagen des Veterinäramtes in Neuburg an der Donau erfuhr.“ Verwilderte und verwahrloste Hunde vegetierten krank auf einem Hof in der Gemeinde Königsmoos dahin.
Auf bis zu 135 Tiere hatte sich das Rudel vollkommen unkontrolliert vermehrt. Trotz Beschwerden der Nachbarschaft beim zuständigen Veterinäramt erfolgte keine Verbesserung der Lage.

Tierschutz organisierte fingierten Kauf

Erst als der Tierschutz einen fingierten Kauf organisierte, schlug die Kriminalpolizei zu. „Die Medien spielten eine wichtige Rolle dabei, dass der Fall überhaupt erst behandelt wurde“, sagt Paula zum „Lehrbeispiel von Behörden, wie man es nicht macht“.

„Das sollte ein Denkzettel für den Landkreis sein und lässt hoffen, dass zukünftig deutlich bessere Kontrollen erfolgen“. Mehr als 100.000 Euro Versorgungs-, Tierheim- und Arztkosten dürften zu Buche schlagen.

Paula betonte ausdrücklich, dass die Zusammenarbeit mit dem städtischen Veterinäramt Augsburg hingegen sehr gut verlaufe.

Tierheim überbelegt mit Hunden und volle Katzenstation

Mit Hunden sei das Tierheim aktuell ständig überbelegt und auch die Katzenstation sei voll. Deshalb solle 2019 der Bau eines neuen Katzenhauses erfolgen. Der Spatenstich ist zum 60-jährigen Jubiläum des Tierheims im Oktober geplant.

Taubenschläge: Kommunen interessiert am "Augsburger Modell"

Der neue Taubenturm am Schwabencenter werde von den Tauben sehr gut angenommen, verbessere deren Situation und vermeide Ärger. Seit einem Jahr ist der Tierschutzverein für insgesamt 13 betreute Taubenschläge in Augsburg zuständig.

Die Deutsche Bahn hat mit so einem Objekt am Oberhauser Bahnhof beste Erfahrungen gemacht, deshalb bestehe Interesse, einen weiteren Taubenschlag am Augsburger Hauptbahnhof einzurichten. Die Gespräche dazu finden im Januar statt. Für die Taubenobjekte bekommt der Tierschutzverein inzwischen Unterstützung von der Firma UPM, von der städtischen Wohnbaugruppe WBG sowie von der Stadt Augsburg.

Dieses alternative Projekt zur „Taubenvergrämung“ beweise sich als wesentlich erfolgreicher und wirtschaftlicher. „Es melden sich immer mehr Kommunen, die unser „Augsburger Modell“ übernehmen wollen“, freuen sich Gaßner und Paula.

1,5 Millionen-Investition für Ausbau Gut Morhard

Derzeit wird Gut Morhard in Königsbrunn zudem für 1,5 Millionen Euro zu einem nachhaltigen Zentrum für Tierschutz und Umweltbildung ausgebaut.

Fördergelder dazu stellte unter anderem die Europäische Union zur Verfügung.

Augsburger Tierschutzverein aktiv gegen das Bienensterben

Neben unzähligen weiteren Aktivitäten engagiert sich der Tierschutzverein außerdem im Kampf gegen das Bienensterben.

Stets aktuelle Berichte zu den Aktivitäten, Projekten und weiten Ereignissen rund um den Tierschutzverein Augsburg gibt es laufend abzurufen unter: www.tierschutzverein-augsburg.de
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