Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs: So sieht es derzeit im Tunnel aus

Während oben vor dem Hauptbahnhof der Verkehr rauscht, gehen unter dem Bahnhofsvorplatz die Arbeiten für den Straßenbahntunnel voran. Aktuell sind die Bagger auf der Ostseite direkt vor dem Bahnhofsgebäude im Einsatz. Eine provisorische Betonwand unmittelbar unterhalb der Empfangshalle muss abgebrochen werden. Bei einer Tunnelführung für die Presse haben die Stadtwerke nun einen Einblick gewährt. 

Es ist angenehm kühl im Tunnel. Unterirdisch geht es bis vor das Bahnhofsgebäude, dann steht man plötzlich vor einer Wand. Sie besteht aus großen Betonbohrpfählen und diente als Stützkonstruktion für das Gebäude. Nun werden abwechselnd die Pfähle abgebrochen und das Erdreich ausgegraben. Ein Arbeiter mit einem kleinen Bagger ist genau damit gerade ein Stockwerk über dem eigentlichen Tunnel beschäftigt. Der Raum liegt immer noch unter der Erde und soll irgendwann die gesamte Technik beherbergen.

Zur Zeit jedoch müssen 5000 Kubikmeter Bodenmaterial ausgehoben werden. Über Rutschen gelangen sie aus dem Tunnel ins Freie und werden dann mittels Lastwagen über die Halderstraße abtransportiert. Es gehe nur Lage für Lage voran, weil das Gebäude parallel immer abgestützt werden müsse, erklärt Dietmar Orwat, Gesamtprojektleiter der Stadtwerke-Projektgesellschaft. Zudem könne man in dem beengten Raum nur mit leichtem Gerät arbeiten. Bis zum Frühjahr 2020 soll der Bauabschnitt abgeschlossen sein. Im nächsten Schritt soll der Tunnelabschnitt unterhalb der Empfangshalle fertiggestellt werden. Bis Ende 2020 soll es soweit sein. 

Die Führung geht schließlich über eine steile und schmale Treppe wieder ins Freie. Nun steht man direkt vor dem Bahnhofsgebäude. Auch hier laufen im Inneren die Arbeiten. Die Empfangshalle ist mit hydraulischen Pressen gesichert. Sollte unten was passieren, könne man so das Gebäude trotzdem in der Schwebe halten, sagt Orwat.

Die gesamten Rohbauarbeiten sollen bis 2022 abgeschlossen sein. Dann geht es an den Einbau der technischen Anlagen. Die Kosten für den Umbau werden aktuell auf 210 Millionen Euro geschätzt.
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