Viel gemacht, wenig geschafft? In der Reihe WissenTanken referiert Cordula Nussbaum in Friedberg über Zeitmanagement

Der Froschkönig steht für das Credo der Referentin Cordula Nussbaum: „Küssen Sie Ihre Talente wach. Verbiegen Sie sich nicht, sondern leben und organisieren Sie sich so, wie es zu Ihnen passt.“
  Friedberg: Cordula Nussbaum gilt als führende Expertin im Bereich Zeitmanagement und tritt als Deutschlands bekannteste Organisations-Expertin häufiger im Fernsehen auf. Am Montagabend erlebten sie die Teilnehmer der Vortragsreihe WissenTanken, einer Kooperation der der AICHACHER ZEITUNG, Stadtzeitung und des Sprecherhauses, im Golden Amber in Friedberg.

Die 49-Jährige beschäftigt sich nach eigener Aussage schon seit ihrer Jugend mit Selbst-Management und Marketing. Ihr Buch „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon“ wurde vor einigen Jahren bei der Stiftung Warentest Testsieger unter den Büchern über Zeitmanagement, wie Dieter Weidner, Vizepräsident der IHK-Regionalversammlung Aichach-Friedberg und Chef der Weidner Holding, zu der der Golden Amber gehört, eingangs erklärte. Thomas Sixta, Geschäftsführender Gesellschafter der Mayer und Söhne Druck und Mediengruppe sowie Verleger der AICHACHER ZEITUNG, begrüßte die Zuhörer als „erfolgreiche Manager von Unternehmen, Abteilungen, Familien, Vereinen und sich selbst“.

Zeit vernünftig einteilen

Zum Selbstmanagement gehört freilich eine vernünftige Zeiteinteilung. Cordula Nussbaum hat ein Konzept entwickelt, wie man seine Zeit besser nutzen kann: Entdecke deine Talente, mach es auf deine Art, nutze Zeitinseln, weniger ist mehr und leg los, das sind ihre fünf Glaubenssätze. Die langjährige Wirtschaftsjournalistin trägt als zweite Frau im deutschsprachigen Raum die weltweit höchste Auszeichnung als professionelle Rednerin, „Certified Speaking Professional“ (CSP). In Friedberg begeisterte sie das Publikum mit praxisnahen Tipps und einigen unterhaltsamen „Livehacks“ zum Zeitsparen wie etwa dem Rat, dass Getränke in salzhaltigem Eiswasser viel schneller abkühlen.
Untersuchungen ergaben, dass Personen 26 Prozent effizienter arbeiten, wenn sie kein Handy auch nur in der Nähe haben. Wird man im konzentrierten Arbeiten unterbrochen, was heutzutage im Großraumbüro alle drei Minuten passiert, dauert es gut eine Minute, bis man wieder im Flow ist. Verbringt man die Mittagspause mit „Jammerern“, Menschen, die ständig alles negativ sehen, dann raubt das Energie und beeinträchtigt die eigene Arbeit. „Schränken sie den Kontakt zu diesen Menschen ein“, sagt Cordula Nussbaum. Wie wird man immun gegen Zeiträuber? Das ist die Gretchenfrage. Denn wer sitzt schon abends auf der Couch, lässt zufrieden den Tag Revue passieren und weiß: Ich habe heute alles geschafft? Kaum einer im Publikum hebt die Hand. Ein paar wenigstens haben es hinbekommen, in den vergangenen 14 Tagen mal spontan Freunde zu treffen. „Viel gemacht, wenig geschafft?“, das sei das Problem vieler Menschen, weiß Cordula Nussbaum. Sie rät zu einer gründlichen Selbstanaylse, um herauszufinden: „Warum werde ich nie fertig?“ Vergessen solle man Tipps wie „Organisiere dich besser!“ Gut genug planen, dann klappt es mit dem Pensum? Höchstens, wenn man „Ottmar Ordentlich“ ist, Bewährtes liebt, Tages- und Monatspläne erstellt, die Sicherheit geben, und einen dem entsprechenden Job hat.

Immun gegen Zeiträuber

Doch was, wenn man nicht Ottmar ist, sondern „Igor Ideenreich“? Der haut in jedem Meeting spontan sensationelle Ideen heraus und würde mit einer konsequenten Planung lange nicht mehr so gut arbeiten. Auch die Typen „Dr. Annaliese Logisch“ und „Hanni Herzlich“ stellt die Referentin vor. Diese müsse man berücksichtigen, wenn man ihren Tipp beherzigt: „Machen Sie eine Tu-Du-Es-Liste.“ Also: Delegieren! Aber viele würden ihr berichten, das klappe nicht. Und warum nicht? „Weil Sie Igor Ideenreich beispielsweise genaue Vorschriften gemacht haben, wie er eine Aufgabe erledigen soll. Da hat er dann keine Lust mehr dazu.“ Man solle also Aufgaben an Personen delegieren, von denen man wisse, dass sie sich vom Typ her für deren erfolgreicher Erfüllung eignen.
Und auch für sich selbst gelte diese Maxime: „Packen Sie Aufgaben an, wie es Ihrem Haupttalent entspricht“, fordert die Expertin. Sie habe die klassischen Tipps für persönlichen Erfolg, wie etwa strukturiert zu arbeiten und Pläne mit Prioritäten zu erstellen, schon vor Jahren selbst ausprobiert und sei damit gescheitert, berichtet sie. Diese Methoden hätten ihren Stress und das Gefühl von Misserfolg noch verstärkt. Eine To-Do-Sammlung aber solle man durchaus anlegen, denn sobald man etwas aufschreibe, entlaste das das Gehirn, sorge für Entspannung und gesunden Schlaf. Sie habe erforscht, sagt Cordula Nussbaum, wann man es schaffe zu erledigen, was man vor hatte, und wann nicht. Nicht zuletzt ihr Psychologiestudiums half ihr, Strategien zu entwickeln, die zum eher spontanen, flexiblen und hilfsbereiten Menschen passen, zum „kreativen Chaoten“, für den sie sich selbst auch hält.
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