Viele Bewerber, keine Gelder: Hochschule Augsburg geht bei bayerischem Maßnahmenpaket leer aus

Die Hochschule Augsburg ging in einem Maßnahmenpaket des Freistaats leer aus - die Studenten wendeten sich an den Ministerpräsidenten. (Foto: Archiv)

Rund 9400 neue Studienplätze sollen nach einem Beschluss des Ministerrats an den Bayerischen Hochschulen entstehen. Dafür will der Freistaat in den nächsten Jahren rund 590 Millionen Euro investieren. Doch die Hochschule Augsburg wird in dem Maßnahmenpaket für den Hochschulausbau, das am 17. Juli beschlossen wurde, nicht bedacht. Die studentische Vertretung in Augsburg zeigte sich enttäuscht und wandte sich nun im Namen aller Studenten mit einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten.

Warum die Hochschule Augsburg nicht gefördert wird, können sie nicht verstehen: Im kommenden Wintersemester startet ein neuer Studiengang. 1540 Interessierte hätten sich für das Fach "Soziale Arbeit" beworben, und somit die 30 vorhandenen Plätze ums 50-fache überbucht.

Auch in der Forschung habe die Hochschule in den vergangenen Jahren herausragende Arbeit geleistet, unter anderem im Aufbau von Instituten und Kompetenzzentren. Im CHE-Ranking, das deutsche Universitäten und Fachhochschulen miteinander vergleicht, bewerteten Studenten die Studienbedingungen in Augsburg mit Spitzennoten.

"Das sind drei Beispiele, wie positiv sich unsere Hochschule in jüngster Vergangenheit entwickelt hat", so die studentische Vertretung. "Warum die erfolgreichen und zukunftsträchtigen Aktivitäten unserer Hochschule durch das Maßnahmenpaket nicht gefördert werden, ist für uns nicht nachvollziehbar." Damit werte der Ministerrat die überdurchschnittlich erfolgreiche Hochschule ab.

180 Millionen Euro für Ingolstadt - ist das unverhältnismäßig?

Gefördert wird zum Beispiel der Campus Kulmbach der Universität Bayreuth, an dem die Fakultät "Lebenswissenschaften" mit 1000 neuen Studienplätzen entstehen wird. Auch in Amberg-Weiden, Ansbach, Aschaffenburg, Coburg und Hof, Deggendorf, Ingolstadt, Kempten, Rosenheim und Würzburg-Schweinfurt sollen neue Einrichtungen und Studienplätze entstehen.

Die größte Fördersumme erhält die Technische Hochschule Ingolstadt. Am Standort Ingolstadt sollen so in den Bereichen Mobilität sowie Gesundheit und Demografie 2500 Studienplätze geschaffen werden, am Standort Neuburg an der Donau 2000 Plätze in der neuen Fakultät "Nachhaltige Infrastruktur". Der Freistaat will hierfür rund 180 Millionen Euro investieren.

"Eine unverhältnismäßig hohe Anzahl neu geplanter Studienplätze" nennt das die studentische Vertretung aus Augsburg. Einem Antrag, in der Fuggerstadt eine neue Fakultät für Sozialwesen einzurichten, hatte die Regierung nicht entsprochen. Auch der neue Studiengang "Soziale Arbeit" wird in dem Förderprogramm nicht bedacht.

10.500 Bewerber für dieses Wintersemester

Die Hochschule Augsburg erreichte währenddessen in diesem Wintersemester mit 10.500 Bewerbungen einen Spitzenwert. "Wir sind für Studienanfänger äußerst attraktiv und unser Studienangebot ist sehr gefragt", stellt die studentische Vertretung fest. Die unverhältnismäßige hohe Förderung anderer Standorte würde nicht der Abwägung von Angebot und Nachfrage entsprechen. "Studierende sind künftig gezwungen, auf weniger attraktive Standorte auszuweichen", kritisieren die Studenten.

Zwar profitiere Augsburg von der Errichtung des Universitätsklinikums und des Staatstheaters, allerdings möchten die studentischen Vertreter "es nicht hinnehmen, dass durch die Großprojekte die Hochschule bei weiteren Fördermaßnahmen plötzlich das Nachsehen hat".
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