Wahrheit, WM und Bekenntnisbombe: Kollege M. wünscht sich den Videobeweis fürs echte Leben

Kollege M. wünscht sich während der Fußball-WM auch für die eigenen vier Wände einen Videobeweis. (Foto: Symbolbild / sportgraphic-123rf.com)
Wahrheit. Das ist so eine Sache mit der Wahrheit. Tatsächlich kommt es für die meisten Menschen vor allem auf den Standpunkt an. Bestes Beispiel dafür ist für den Kollegen M. die Fußball-WM. Die Dramatik dieses Sports lebt eigentlich davon, dass Unsportlichkeiten nicht entdeckt sowie nicht oder falsch geahndet werden.

Wer sich an das Achtelfinalspiel Kolumbien gegen England erinnert, weiß ganz genau was gemeint ist: Für einen rotwürdigen Kopfstoß gab es nur die Gelbe Karte, dazu viele nicht geahndete Nickligkeiten. Das Zitat von Kommentator Steffen Simon fasst es zusammen: „Das ist die schlechteste Schiedsrichterleistung dieser WM.“

Dabei sind die Schiedsrichter in der aktuellen Fußballweltmeisterschaft gar nicht mehr alleine verantwortlich für die Wahrheitsfindung. Der unbestechliche Videobeweis, der nach Meinung des Kollegen M. ruhig häufiger herangezogen werden könnte, schafft eine letztgültige Wahrheit – meistens zumindest, oder eben immer dann, wenn unter den gefühlt 1000 verfügbaren Kamerawinkeln ein passender dabei war.

Kollege M. jedenfalls denkt seitdem über die Einführung des Videobeweises in den eigenen vier Wänden nach. Wie schnell ließen sich Behauptungen wie „Du hast mir überhaupt nie gesagt, dass die Kolleginnen zum Essen kommen“ entkräften, wie schnell wäre das angeblich von ganz allein umgefallene Wasserglas eindeutig einem Verursacher zu zuordnen. Jeder Streit darum, wer eigentlich mit Streiten angefangen hat, wäre schnell beigelegt.

Man schaut sich einfach gemeinsam den Videobeweis an, reicht sich danach ganz im Sinne des Fairplay die Hände und spricht, je nach Schwere des Vergehens, eine angemessene Strafe aus. M. würde sich auch hier gerne ein bisschen was vom Fußball abschauen: Wohnzimmerverweis etwa bei groben Verstößen gegen die Familienregeln.

Aber eines darf nicht vergessen werden: Die ungeschminkte Wahrheit schmerzt mitunter sehr. Wie etwa das offenherzige Geständnis von M.s jüngerer Tochter T. Mitten in der schönsten Papa-Tochter-WM-Fußball-Fernseh-Idylle auf dem Sofa ließ sie die Bekenntnisbombe platzen: „Papa, ich mag gar keinen Fußball!“

Manchmal will man lieber angelogen werden...
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2 Kommentare
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Sebastian Summer aus Aystetten | 12.07.2018 | 13:39  
Markus Höck aus Augsburg - City | 12.07.2018 | 15:12  
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