Was auf dem Gelände der ehemaligen Ladehöfe am Hauptbahnhof geplant ist

Die Arbeiten haben begonnen: Was aussieht wie riesige Maulwurfshügel ist lediglich das vorläufige Ergebnis der ersten Abriss- und Bodenarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Ladehöfe. Foto: Janina Funk

Von oben sieht es ein bisschen so aus, als hätte auf dem Gelände der ehemaligen Ladehöfe ein riesengroßer Maulwurf gewütet. Ein Erdhaufen reiht sich derzeit an den nächsten. Tatsächlich sind auf dem Areal am Augsburger Hauptbahnhof aber Abriss- und Bodenarbeiten im Gange. Bis 2021 sollen hier rund 300 Wohnungen entstehen. Geplant sind zudem ein Hotelkomplex, Büros und ein Regionalbus-Terminal.

"Zurzeit laufen auf dem Gelände Erschließungsarbeiten", berichtet ein Sprecher von Aurelis. Das Unternehmen ist Eigentümer des Areals und entwickelt es. "Das Baufeld wird geräumt, danach sollen Leitungen und Straßen verlegt werden." Als Projektentwickler will Aurelis alles für die künftigen Bauträger vorbereiten. Für den Mittleren Ladehof sei man bereits in Gesprächen mit potenziellen Käufern, sagt der Sprecher und erläutert den Zeitplan: "Aurelis möchte im Herbst beziehungsweise bis spätestens Ende des Jahres eine Entscheidung über den Käufer." Baubeginn könnte dann Ende 2019 oder Anfang 2020 sein.

Auf dem Mittleren Ladehof, zwischen dem Hermanfriedhof und der Gögginger Brücke, sollen zur Bahnlinie hin auf rund 8300 Quadratmeter mehrgeschossige Bauten entstehen. Wie groß die Wohnungen in den Gebäuden sein werden, entscheidet dann der Bauträger. Je nach Größe wird sich auch erst herausstellen, wie viele Wohnungen es genau geben wird, Aurelis rechnet jedoch mit etwa 250. Sie sollen mit haushohen Glaswänden verbunden werden, um die Bewohner vor Lärm zu schützen. Auf einem zweiten Baufeld sind auf 5800 Quadratmetern ebenfalls Mehrfamilienhäuser mit circa 80 Wohnungen geplant. Die Stadt wünscht sich für das Viertel auch eine Kindertagesstätte. Einen Betreiber dafür gibt es aber bislang nicht. Für die Erschließung des Areals ist die Ladehofstraße geplant. Eine weitere Straße soll von der Stettenstraße entlang der Gleise in das neue Viertel führen.

Für den Inneren Ladehof, also das Gebiet hinter dem Parkhaus am Bahnhof, ist eine gewerbliche Nutzung angedacht. "Aufgrund der Nähe zum Bahnhof eignet sich das Gelände gut als Büro- oder Gewerbe-Standort", erklärt der Aurelis-Sprecher. Im Gespräch seien ein Hotelkomplex und Büroflächen. "Die endgültige Nutzung steht allerdings noch nicht fest." Die Stadt möchte auf dem Areal des Inneren Ladehofs außerdem ein Regionalbus-Terminal errichten. Seit der Bahnhofsvorplatz umgebaut wird, gibt es keinen zentralen Punkt mehr, von dem aus die Busse des AVV ins Umland fahren.

Seit die Bahn ihre Hallen auf dem Gelände in den 90er Jahren aufgegeben hat, existieren bereits Pläne für das Areal am Hauptbahnhof. So wollte etwa eine Schweizer Firma auf dem 5,4 Hektar großen Gelände ein Eishockeystadion errichten. Dieser Plan wurde jedoch schon 2006 wieder verworfen. Tatsächlich realisiert allerdings wurde die Bebauung des Äußeren Ladehofs, der heute den Namen Beethovenpark führt. 300 Wohnungen sind dort entstanden. Bereits im Bau aber noch nicht fertig ist der neue Sitz der Katholischen Jugendfürsorge. Die Einrichtung wird dort in ein dreieckiges Gebäude mit Innenhof ziehen. 
Von Kristin Deibl)
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