Wortschätzle 120 - An Zibeba scheided sich d’Gschmäggr

Woher stammt das Wort „Zibeben“, die manchen Käsekuchen zieren?

So a richdigr Käskuacha isch doch echd ebbes guads. Doch wia schaugd der aus? De wichdigschde Zudad, an der sich d’Gschmäggr scheided, send Zibeba, der Reschd isch ja von faschd elle agzebdierd. Zibeba, manche meged se, wenn se drvor in Schnabbs eiglegd warn, andere meged se so wia se send, de negschde puuled se raus oder schiabed dr Käskuacha deswega glei weg. Ihr wissed nemme was Zibeba ibrhaubd send? Ja Rosinen send’s.
Wer edzd moind, des isch amoal widdr so a Word ausm Franzesischa ond mr missed deam Napoleon dankschee saga, der isch dodal falsch gwiggled. Mir Schwoba send ja multilingual, mir kenned sogar Werdr ausm Arabischa – i gebs zua, i hends en meine schlaue
Biachr nochguggd.
„Zibiba“ soll em Arabischa Rosine hoißa, wobei des Word Rosine dann widdr vom Franzesischa Raisin her zleida isch. Zibeba hend mr also vermudlich de Arabr zom vrdanga, als se domoals Jahrhunderde lang auf dr Iberischa Halbinsl wared. Von deane isch vill Kuldur zrigg blieba, ma woiß es heidzdag bloß kaum mea – schad drom.
No a bissle sechssiebagscheids Bessrwissrgschwädz: An 1500 isch en Augschburg dr Christoph Wirsung aufd Weld komma, der hod dann schbädr so bis 1530 d’Abodeg vom Vaddr in Augschburg ghed, schbädr isch er noch Heidlberg, wo er 1568 sei „Arzney Buch“ gschrieba ond druggd hod, ond do drin schreibd dr Wirsung scho von Zibeba en irgedoim von seine Rezebdura. Also wergle, mir Schwoba kenned ganz schee alde Werdr. 

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Sebastian Summer aus Aystetten | 13.07.2018 | 22:01  
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