Zwangsräumung in Augsburger Tier-Messie-Wohnung: 150 Vögel auf engstem Raum

Über 150 Vögel wurden in einer Augsburger Wohnung gefunden. Foto: Tierschutzverein Augsburg und Umgebung

Bei einer Zwangsräumung treffen Mitarbeiter des Tierschutzvereins auf unglaubliches Tier-Elend. Ein Hilferuf aus dem Tierheim Augsburg.

Heinz Paula kann es noch immer nicht fassen. Von "unglaublichen Zuständen" berichtet der Vorsitzende des Tierschutzvereins Augsburg, nachdem das Tierheim am Dienstag nach einer Zwangsräumung über 150 Vögel aufnehmen musste.

Erlenzeisige, Wellensittiche, Kanarienvögel - insgesamt 150 Vögel, die in einer kleinen Wohnung im Augsburger Stadtgebiet untergebracht waren. "Bei der Zwangsräumung wurden unsere Mitarbeiterinnen mit viel Tier-Elend konfrontiert", erzählt Paula. Engste Behausungen ohne die Möglichkeit zum Fliegen, zu wenig Futter und Wasser, unterschiedliche Erkrankungen, beschreibt er. Viele Tiere seien so schwer krank gewesen, "dass sie bereits verendet sind", ergänzt Tierpflegerin Tamara Hoffmann.

"Gesamtkosten von 27.000 im Monat"

Einen Tier-Messie-Fall in dieser Größenordnung, sagt Paula, "haben wir Gott sei Dank bisher noch nicht erlebt - und erleben dies hoffentlich auch nie wieder". Denn: Für das Augsburger Tierheim stellt diese Notaufnahme eine gewaltige Herausforderung dar. "Unsere Mitarbeiterinnen müssen zusätzlich über 150 Vögel versorgen. Die Kosten pro Tier und Tag liegen bei 6 Euro, das bedeutet Gesamtkosten von 27.000 im Monat", erläutert der Vorsitzende des Tierschutzvereins. "Eine horrende Summe, die wir zwar vom Besitzer einfordern werden, oftmals bleibt der Tierschutzverein aber leider auf den Kosten sitzen."

Mit "Hilferuf" ist daher auch die E-Mail von Heinz Paula überschrieben, mit der er am Mittwoch zunächst auf den Fall aufmerksam machte. Der Verein bitte nun alle Tierfreunde um Unterstützung, etwa über das Spendentelefon unter 09005/45 52 90.

"Wir appellieren an alle echten Tierfreunde: Finger weg von illegalen Händlern, die mit dem Elend von Tieren den schnellen Reibach machen wollen", mahnt Paula. Häufig seien diese Tiere krank.

Die 150 Vögel finden nun erst einmal im Tierheim eine Heimat. Diese Anzahl "bekommen wir gerade noch unter". In der Folge müsse nun alles Rechtliche abgeklärt werden.

Bis die Tiere jedoch vermittelt werden könnten, werde es noch eine längere Zeit dauern, erklärt Paula. Woher der Tier-Messie die Vögel hatte, sei übrigens noch nicht klar. Der Fall werde nun auch von der Polizei untersucht.

Weitere Informationen und Möglichkeiten, zu helfen, gibt es unter www.tierschutz-augsburg.de oder unter der Telefonnummer 0821/45 52 900
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