Ärger in der CSU Augsburg-West: Inningen fühlt sich ausgegrenzt

Das neue Vorstandsteam der CSU Augsburg-West (von links): Juri Heiser, Edmund Diebold, Marc Zander, Peter Schwab, Anita Koch, Thomas Brandler, Leo Dietz, Helmut Husel, Matthias Fink, Bernd Zitzelsberger, Vanessa Scherb-Böttcher, Wayne Chico Pittman, Sylvia Hutner, Michael Gierl und Ingrid Fink. Foto: Jörg Zitzelsberger


Als die Augsburger CSU-Spitze Eva Weber als ihre Kandidatin für die Nachfolge von OB Kurt Gribl präsentierte, lag die Betonung auf der Geschlossenheit der CSU in der Fuggerstadt. Doch jetzt zeigt sich: Noch sind längst nicht alle innerparteilichen Streitereien befriedet.

"Mit 90,5 Prozent wurde der CSU-Kreisvorsitzende Leo Dietz im Amt des Kreisvorsitzenden Augsburg-West bestätigt." Mit dieser Nachricht ist die Augsburger CSU am Wochenende an die Öffentlichkeit gegangen. Dietz sieht seinen Führungsstil und sein politisches Handeln im Augsburger Westen durch das Ergebnis bestätigt, heißt es in der Pressemitteilung. "Es ist ein deutliches Zeichen der großen Geschlossenheit der CSU im Augsburger Westen." Doch diese Ansicht teilen nicht alle: Oliver Heim, Vorsitzender des CSU Ortsverbands Inningen, erhebt schwere Vorwürfe gegen Leo Dietz und die CSU. Auf der Kreisvertreterversammlung, auf der Dietz im Amt bestätigt wurde, "zeigte sich eine flächendeckende, undemokratische Haltung gegenüber dem Ortsverband Inningen in der CSU Augsburg", schreibt Heim in einer Pressemitteilung. Auf der Veranstaltung sei der Ortsverband Inningen "genau wie vor zwei Jahren erneut ausgegrenzt" worden. Tatsächlich ist Inningen auf den höheren Ebenen nicht repräsentiert - lediglich ein Mitglied des Ortsverbands Inningen gehört dem Kreisvorstand an, "dieses gehört allerdings weder dem amtierenden Ortsvorstand an, noch wurde es vom Ortsvorstand vorgeschlagen", kritisiert Heim. Er selbst hatte seine Ehefrau nominiert.

Und Heims Kritik geht weiter: "Am schlimmsten traf es den Ortsverband bei den Delegiertenwahlen für den Bezirksparteitag und die Nominierungsversammlung zur Aufstellung eines OB-Kandidaten sowie zur Aufstellung der Stadtratsliste. Für den Bezirksparteitag wurden alle drei Inninger Vorschläge nicht gewählt, somit hat Inningen kein Wahlrecht auf dieser Veranstaltung und ist somit nicht repräsentiert", klagt Heim.

Dietz relativiert die Kritik. Es mussten 38 Delegierte für den Bezirksparteitag gewählt werden und es habe aber 47 Vorschläge gegeben, erklärt der Kreisvorsitzende. Folglich mussten neun Kandidaten gestrichen werden. "Das haben die 65 Delegierten gemacht, nicht ich", so Dietz weiter. "Das war eine basisdemokratische Entscheidung", lässt er die Kritik Oliver Heims nicht gelten. Und er bleibt bei seiner Aussage: "Der Augsburger Westen der CSU ist geschlossen wie seit 25 Jahren nicht mehr."

Leo Dietz führt den Kreisverband Augsburg-West seit 2015. Damals setzte er sich knapp gegen Thorsten Große durch, 2017 forderte ihn Iris Steiner heraus - und unterlag sehr deutlich mit 17:57. Ohne Gegenkandidat hatte es Dietz diesmal zwar sicher leichter, aber 90,5 Prozent Zustimmung ist sehr eindeutig. (mh)
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