Augsburg-Plan: Gratis ÖPNV in Teilen der Innenstadt

Kostenloser ÖPNV in Teilen der Innenstadt: Augsburg will ein neues Mobilitätskonzept umsetzen. (Foto: Archiv)

Die Stadt Augsburg und die Stadtwerke wollen künftig in Teilen des Augsburger Zentrums kostenlosen Nahverkehr anbieten. Die Änderung wird wohl 2019 kommen, die Haltestellen stehen schon fest. Mit der Tarifreform habe das Vorhaben nichts zu tun.

Nein, antworten Finanzreferentin Eva Weber und Stadtwerke-Chef Walter Casazza simultan, während sie synchron den Kopf schütteln: Mit der umstrittenen AVV-Tarifreform habe es nichts zu tun, dass künftig in Teilen des Augsburger Zentrums Bus- und Straßenbahnfahren kostenlos sein soll. Es gehe um Luftreinhaltung, betonen beide unisono. Das Vorhaben sei Teil eines Mobilitätskonzepts, nicht Teil der Tarifreform.

Diese Strecken kann man künftig gratis mit Bus und Tram zurücklegen

Der Plan, der am Donnerstag dem Stadtrat vorgestellt wird, sieht folgendes vor: Von den Haltestellen Königsplatz und Moritzplatz aus kann je eine Station gratis mit Bus oder Tram zurückgelegt werden. So kann man etwa ohne Fahrschein die Strecke zwischen Kö und Hauptbahnhof mit dem ÖPNV fahren.

"Wir wollen damit Parksuchverkehr vermeiden", begründet Eva Weber die Pläne. Im Laufe des Jahres 2019 wolle man das Ansinnen umsetzen, kündigte Casazza an, der von einem "riskanten Wurf" sprach, aber auch von einem deutschlandweit einzigartigen Projekt. Ihm schwebe diese Idee bereits seit Längerem vor, kennt er das Modell doch aus seiner Studienstadt Graz.

Vorhaben kostet 500.000 Euro - Drei neue Fahrradparkhäuser 

Es nun in Augsburg umzusetzen, kostet: Mit einer halben Million Verlust rechnet der Stadtwerke-Chef. Die Hoffnung besteht jedoch, die Kosten mithilfe von Fördermitteln zu reduzieren.

Der gratis Nahverkehr ist Teil eines Mobilitätskonzepts für die Innenstadt, das vor allem die CO2-Ausstöße reduzieren soll. Dazu gehören auch drei Fahrradparkhäuser, für die nun die Förderung von 75 Prozent zugesagt wurde. Die Radl-Garagen entstehen am Prinz-Karl-Palais, im Hochfeld und am Augsburger Stadtmarkt und kosten je rund 750.000 Euro plus Erschließungskosten. Räder sollen in den automatisch betriebenen Parkhäusern kostenlos abgestellt werden können.  

Auch im AVV-Tarifsystem ändert sich etwas

Unabhängig davon erläuterte Casazza Änderungen im Tarifsystem. So werden in einigen Stadtteilen die Kurzstrecken erweitert, um Fahrgästen den Weg zu Nahversorgern zu vergünstigen. Zudem müssen AVV-Abonnenten, die weiter fahren, als ihre Zonen auf der Monatskarte reichen, nur mehr einen Streifen je Zone zusätzlich stempeln. Außerdem wird die Wochenkarte wieder eingeführt. Die Neuerungen kosten geschätzt insgesamt mehr als 400.000 Euro.
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