Augsburg wird Hafenstadt

Augsburg: Rathausplatz |

Im Rahmen einer beeindruckenden Aktion, initiiert durch den Augsburger Flüchtlingsrat, Augsburg Postkolonial – Decolonize Yourself!, bluespots productions, dem Grandhotel Cosmopolis, ResQship und Seebrücke Augsburg, wurde im Rahmen des Friedensfestes am 8.8.2018 ein weithin sichtbares Zeichen für Solidarität mit Geflüchteten und für eine gerechte Stadt in die Welt gesendet.

Im Anschluss an einen berührenden und politisch aufrüttelnden Redebeitrag des derzeit auf Malta angeklagten Lifeline-Kapitäns Claus-Peter Reisch (Landsberg) schickten die Gäste der Augsburg Friedenstafel 300 Ballons mit der Aufschrift „Augsburg wird sicherer Hafen“ in den blauen Himmel. An den orangen Ballons hing ein zuvor verlesenes Manifest, das das Motto des diesjährigen Friedensfestes aufgriff und mit Blick auf die Tragödie im Mittelmeer fragt Was wäre, wenn…?


Das Manifest:



Was wäre, wenn Augsburg ein sicherer Hafen wird und Geflüchtete aus dem Mittelmeer aufnimmt? Was wäre, wenn Augsburg eine Leuchtturmstadt für gelebte Utopien wird?
Was wäre, wenn der Frieden unser Süden und die Solidarität unser Kompass wird?
Was wäre, wenn Menschen nicht nur stranden, sondern auch ankommen und wir gemeinsam eine offene Gesellschaft gestalten?
Was wäre, wenn wir unsere Friedensübungen auf dem Trockenen in der Realität durchführen?
Was wäre, wenn wir eine sichtbare Leuchtkanone in den verfinsterten Himmel der Menschenwürde schießen?

 

Hafenstadt Augsburg!

An den EU-Außengrenzen sind seit dem Jahr 2000 mindestens 35.000 Menschen gestorben, allein in diesem Jahr ertranken 1500 im Mittelmeer.  Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Davor kann und darf die Friedensstadt Augsburg nicht mehr die Augen verschließen.

Bevor die Ballons in den Himmel stiegen wurden die Forderungen verlesen:
  • Augsburg soll sichere Hafenstadt werden!
  • Stoppt die Hafenblockade für Seenotrettungsschiffe in Italien, Malta und überall!
  • Lasst alle laufenden Anklagen und rechtlichen Verfahren gegen Seenotretter*innen fallen!
  • Gewährt allen Asyl, die in ihren Heimatländern verfolgt werden oder unter Krieg, Not und Perspektivlosigkeit leiden!
  • Stoppt die Abschiebungen von Geflüchteten!
  • Keine Anker-Zentren, keine Lager, nirgendwo!
  • Schafft solidarische Städte. Alle Menschen in solidarischen Städten sollen ein Recht auf Teilhabe, Bildung, Arbeit, menschenwürdige Versorgung und Bleiberecht haben!

Augsburg soll sich damit der Initiative von Bonn, Köln, Düsseldorf, Solingen, Potsdam und Regensburg anschließen und verbunden mit einem bedingungslosen Bekenntnis zur Seenotrettung ihre Bereitschaft zur direkten und unbürokratischen Aufnahme aus Seenot geretteter Flüchtlinge erklären.
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Brigitte Maus aus Augsburg - City | 09.08.2018 | 14:37  
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