Augsburger Rathaus mit Asbest belastet: Sanierung wird teurer

Rathaus in neuem Gewand: Im Frühjahr 2016 wurde die Fassade des Augsburger Rathauses renoviert. Seit 2018 geht es innen weiter. Der größte Bereich steht allerdings noch bevor: Die Sitzungssäle sind von Asbest befallen. Dieser Teil der Sanierung wird nun teuerer als zunächst angenommen. Foto: Marianne Stenglein

Das historische Rathaus der Stadt Augsburg wird im großen Stil erneuert. Seit Sommer 2018 läuft die Brandschutzsanierung. Bald steht die Asbestsanierung an. Diese wird allerdings teurer als gedacht. Denn auch im Sitzungszimmer wurde Asbest gefunden und zudem sollen Medientechnik und Beleuchtung modernisiert werden.

Von den aktuellen Arbeiten bekommt man als Besucher nicht allzu viel mit. Der ein oder andere Bereich im Gebäude ist abgesperrt. Ansonsten geht der Rathausbetrieb seinen normalen Gang. Inzwischen ist Bauabschnitt 1 der Brandschutzmaßnahmen bereits weitgehend abgeschlossen. Die Türen der Sitzungssäle wurden zuletzt in Angriff genommen. Im großen Saal selbst - in dem sich Asbest in den Raumstützen, den Lüftungsanlagen und hinter den Deckenleuchten versteckt - tagte am Donnerstag der Augsburger Stadtrat. In der letzten Sitzung des Jahres sprach sich das Gremium einstimmig für den "Projektbeschluss Asbestsanierung" aus, denn, wie es Stadtrat Stefan Quarg formulierte: "Asbest ist nicht unser Freund".

Die belasteten Teile müssten "so schnell wie möglich entfernt werden", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Arbeiten dazu sollen in Sommer 2021 beginnen, gemeinsam mit dem zweiten Teil der Brandschutzsanierung. Dies alles wird dann allerdings nicht bei laufendem Betrieb stattfinden können. Von August 2021 bis Oktober 2022 soll das Rathaus daher gesperrt werden. Auch der Stadtrat wird dann nicht mehr an seinem angestammten Ort tagen können.

Für die Fraktionen sollen Ersatzräume im Gebäude Maximilianstraße 59 geschaffen werden, sobald das dortige Leopold-Mozart-Zentrum in die Grottenau umgzogen ist. Für den Sitzungsbetrieb der städtischen Gremien seien unter anderem die Örtlichkeiten im Landratsamt Augsburg vorgesehen, erklärt die Stadtverwaltung in der Vorlage.

Nicht nur im Sitzungssaal auch im Sitzungszimmer des Rathauses befindet sich Asbest. Zudem werden die Fürstenzimmer saniert. Der Goldene Saal wird nicht angetastet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,9 Millionen Euro.

Kostensteigerung von 1,4 Millionen Euro

Die Asbestsanierung und die Modernisierung der Sitzungsräume kosten rund 1,4 Millionen Euro mehr als zunächst angenommen. Insbesondere schlage der Asbestfund im kleinen Sitzungszimmer zu Buche. Dieser Teil der Sanierung ist nun im ersten Nachtragshaushalt 2020 durch Umschichtung der im Haushalt veranschlagten Mittel für die Sanierung des Perlachturmes und durch Umschichtung der im Investitionsprogramm eingestellten Mittel gedeckt. Auch das beschloss der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten. Denn, so begründet die Beschlussvorlage, jene "Maßnahmen sind aufgrund der Asbestsituation prioritär zu behandeln".

Der betroffene Bereich wird dann zunächst abgeschottet und mit Unterdruck versehen. Anschließend könnten die gesundheitsschädlichen Fasern abgesaugt beziehungsweise ausgebaut und entsorgt werden, erklärt die Stadtverwaltung. Dazu werde auch die gesamte Holzkassettendecke im Sitzungssaal ausgebaut.

Der Stadt stehen zudem weitere Sanierungsmaßnahmen ins Haus, insbesondere an der Außenhaut des Rathauses. Im Frühjahr 2016 wurde die Frontseite renoviert, eine Sanierung der Ostfassade gilt als "mittelfristig notwendig".

Darüber hinaus muss die Erneuerung des Rathausdachs noch umgesetzt werden, die der zuständige städtische Ausschuss bereits im Sommer 2016 beschlossen hat.
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