Augsburger Schulen sollen eingezäunt werden

Ein sexueller Missbrauch an der Wittelsbacher-Grundschule löste eine Diskussion über die Sicherheit an den Augsburger Schulen aus. Foto: Kristin Deibl

Nachdem im Oktober eine neunjährige Schülerin der Wittelsbacher-Grundschule in einer Schultoilette sexuell missbraucht wurde, hat die Stadt Augsburg nun beschlossen, die Sicherheitskonzepte aller Schulen noch einmal zu überprüfen. Unter anderem sollen Schulen, deren Gelände bisher noch frei zugänglich ist, eingezäunt werden.

Die Polizei hatte im Oktober, berichtet, dass ein 21-Jähriger eine Grundschülerin zunächst in dem Schulgebäude im Wittelsbacher Park angesprochen hatte und anschließend mit ihr in die Schultoilette gegangen war. Dort sei es dann zu einem sexuellen Missbrauch gekommen. Als die Schülerin um Hilfe schrie, verständigte eine Mitschülerin einen Lehrer, der den Täter überwältigte und bis zum Eintreffen der Polizei festhielt. Der 21-Jährige wurde wegen versuchter Vergewaltigung festgenommen.

Zwar sei die Sicherheit an den Schulen schon länger ein Thema, sagte am Dienstag Bildungsreferent Hermann Köhler, nach dem Vorfall in der Wittelsbacher-Grundschule habe man nun aber vereinbart, alle Sicherheitskonzepte noch einmal zu prüfen - obwohl die Polizei bestätigt habe, dass "die Sicherheitskonzepte alle in einem Top-Zustand sind". Nun wolle man sie weiter optimieren.

Zuständig für die Sicherheitskonzepte sind eigentlich die Schulen selbst. In Kontakt mit der Polizei müssen sie für sich ein Konzept entwickeln. "Und nur bauliche Gesichtspunkte machen das Konzept nicht aus", so Köhler. Ein Abschließen der Schulen sei zum Beispiel nicht unproblematisch. Ein abgeschlossenes Tor, an dem jeder, der Zutritt zur Schule benötigt, klingeln muss, sei an vielen Schulen schon allein aufgrund des Personals nicht möglich, da dann auch den ganzen Tag jemand hinter der Pforte sitzen müsste.

"Wenn jemand will, kommt er auch rein"

Außerdem sei es auch bei abgeschlossenen Toren meist doch möglich, in die Schule zu kommen. Entweder würden Schüler, die sich bereits in der Schule befinden, das Tor öffnen, wenn man sie darum bittet, oder die Türe werde von den Schülern gleich so präpariert, dass man das Gelände immer betreten könne - zum Beispiel, indem Steine in das Tor gelegt werden. Das habe Köhler bei seinen Besuchen der Schulen schon oft selbst erlebt. "Wenn jemand will, kommt er auch rein", schloss der Bildungsreferent daraus.

Dennoch gebe es Dinge, die "wirklich bedenklich sind": So hätten einige Schulen noch immer ein komplett offenes Schulgelände, unter anderem die Blériot-Grundschule im Univiertel und das Rudolf-Diesel-Gymnasium in Hochzoll. "Wir werden diese Gelände auch einzäunen", versprach Hermann Köhler, das Rudolf-Diesel-Gymnasium etwa als Abschluss der laufenden Sanierungsarbeiten. Mit dem aktuellen Vorfall an der Wittelsbacher-Schule habe das nichts zu tun - dort ist auch bereits eine Umzäunung vorhanden. Das Gelände der Blériot-Grundschule diene in seinem jetzigen Zustand aber zum Beispiel als Durchgang für Anwohner und Passanten.

"Da gehen Leute einfach durch den Schulhof", beschrieb Köhler, "und wenn sie müssen, gehen sie vielleicht auch nochmal kurz aufs Klo". Die offenen Schulgelände führten außerdem zu einem "unglaublichen Vandalismus". Für die Anwohner könnten die Zäune eventuell längere Fußwege bedeuten, gab Köhler zu. Doch auch den Verantwortlichen an den Schulen selbst sei es lieber, wenn die Gelände eingezäunt seien. "Dass eine Schule umzäunt ist, ist normal", setzte Oberbürgermeister Kurt Gribl im Vorfeld möglichen Beschwerden entgegen. "Und das sollte auch so umgesetzt werden."
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