Bahn-Baustelle in Ulm trifft Augsburg: Fast alle IC/EC-Züge fallen aus

Das Angebot an Fernverkehrszügen in Augsburg wird wegen einer Baustelle in Ulm ausgedünnt. (Foto: Symbolbild / Alexander_Dorn_123rf.com)

Weil die Bahn in Ulm eine Großbaustelle hat, müssen sich Bahnreisende in Augsburg auf einige Einschränkungen einstellen:

Fast alle IC/EC-Züge müssen vorübergehend ausfallen.

Die Bahn schließt in der Zeit von Sonntag, 24. November, ab 23 Uhr, bis Freitag, 15. Dezember, 4 Uhr, die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm an den Ulmer Hauptbahnhof an, begründet das Unternehmen in einer Pressemitteilung die Einschränkungen.

Die meisten ICE-Züge zwischen Stuttgart, Augsburg und München werden ohne Halt in Ulm und Günzburg umgeleitet. Fast alle IC/EC-Verbindungen von und nach Stuttgart sowie die TGV-Verbindung nach Paris müssen leider entfallen.

"Dennoch stehen insbesondere für die Berufspendler zwischen Augsburg und München immer noch zahlreiche schnelle Fernverkehrsverbindungen zur Verfügung", versucht die Bahn Pendler zu beruhigen. So halten morgens in der Hauptverkehrszeit zwischen 6 und 9 Uhr am Augsburger Hauptbahnhof sieben Fernverkehrszüge in Richtung München. Davon sind vier ICE-, zwei IC-Züge sowie ein reservierungspflichtiger Nightjet. In der Gegenrichtung fahren in der pendlerrelevanten Zeit zwischen 16 und 19 Uhr ebenfalls sieben Fernverkehrszüge von München nach Augsburg, davon fünf ICE- und zwei IC-Züge.

Aufgrund der Umleitungen fahren viele Fernverkehrszüge zu geänderten Zeiten in Augsburg oder München ab.

Erhöhte Auslastung der Regionalzüge 

Der Regionalverkehr zwischen Ulm, Augsburg und München ist von der Baumaßnahme nicht betroffen. Hier gibt es laut Bahn keinerlei Fahrplanänderungen. In der Pendler-Hauptzeit fährt um 6.31 Uhr von Augsburg nach München sowie zurück um 15.55 Uhr und 19 Uhr ein Doppelstockzug mit einem besonders großen Platzangebot.

"Dennoch ist wegen des Wegfalls einzelner Fernverkehrszüge im genannten Zeitraum mit einer erhöhten Auslastung auch der Regionalzüge zwischen Ulm, Augsburg und München zu rechnen", bereitet die Bahn Pendler auf überfüllte Verbindungen vor.

Kritik an der Bahn kommt aus der Politik

Der bayerische Landtag hat auf das drohende Chaos reagiert und einen Dringlichkeitsantrag der SPD zu diesem Thema in verkürzter Form angenommen.

"Die Staatsregierung wird somit ihre Bemühungen und Gespräche intensivieren, damit die Pendlerinnen und Pendler auf der Strecke möglichst wenig von den Folgen der Bauarbeiten betroffen sein werden. Des Weiteren wurde beschlossen, dass die Staatsregierung über die anstehenden Baustellen und Bautätigkeiten der Deutschen Bahn im kommenden Jahr berichtet und über die jeweiligen „Abfederungen“ der Auswirkungen auf die Schienenpendlerinnen und –pendler", erklärt dazu SPD-Landtagsabgeordneter Harald Güller. "Wir müssen in den drei Wochen das Schlimmste verhindern, die Ausfälle und Verspätungen müssen so gering wie möglich gehalten werden."  

Insbesondere kritisiert er die fehlende Absprache zwischen Deutscher Bahn Fernverkehr, Deutscher Bahn Baustellenmanagement und dem Regionalverkehr – "da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut", so Güller.

Außerdem müsse der Fugger-Express zumindest in dieser Zeit mit voller Kapazität fahren. Derzeit führen die Züge wegen Wartungsarbeiten und Schäden oft nur eine verringerte Zahl an Wagengarnituren und sind damit schon jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. (pm/mh)
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