Besser Parken in Augsburg? Stadt setzt 2020 neues Verkehrsleitsystem mit elektrischen Schildern um

Das alte Augsburger Parkleitsystem soll im kommenden Jahr ersetzt werden. (Foto: Laura Türk)

In der Augsburger Innenstadt nach Parkplätzen zu suchen kann unter Umständen abenteuerlich sein, vor allem für Besucher von außerhalb, die nicht mit Routine vorbei an Einbahnstraßen, Sackgassen und Fußgängerzone manövrieren. Um das Kreisen der Autos durch die Innenstadt auf der Suche nach der passenden Parklücke zu reduzieren, hat der Augsburger Stadtrat nun beschlossen, im kommenden Jahr ein umfangreiches Verkehrsleitsystem einzurichten. Dieses soll das bisherige, veraltete System ersetzen. Neben Restplatzanzeigen für Parkplätze sollen auch bei Verkehrsbehinderungen ab Ende 2020 LED-Anzeigen an den Straßen auf Alternativrouten hinweisen.

Der Autoverkehr in der Innenstadt soll dann besser fließen, der Parksuchverkehr verringert und dadurch CO2 eingespart werden. Das Projekt ist Teil des "Masterplans nachhaltige und emissionsfreie Mobilität" der Stadt Augsburg.

Die Investitionen für das Verkehrsleitsystem würden nicht bedeuten, dass man deshalb den ÖPNV und die "Fahrradstadt 2020" hinten anstelle, betonte Oberbürgermeister Kurt Gribl auf der Pressekonferenz zur Stadtratssitzung. Die Chancen für eine Förderung des Projekts mit bis zu 90 Prozent stünden außerdem gut.

Betriebsbeginn im Dezember 2020

Kosten von 6,2 Millionen Euro hat die Stadt für die Einrichtung des Verkehrsleitsystems berechnet, der Bund hat bereits eine Förderung von 50 Prozent im Rahmen des "Sofortprogramms Saubere Luft" zugesagt. Auch bei der Regierung von Schwaben hat die Stadt einen Förderantrag gestellt. Diese habe bereits zugesagt, das Projekt in das Programm für 2020 aufzunehmen. Die genaue Fördersumme steht noch nicht fest, insgesamt könne man aber mit den Mitteln von Bund und Freistaat eine Förderquote von bis zu 90 Prozent erreichen, heißt es in der Beschlussvorlage. Man geht bei der Stadt aktuell von einer Eigenbeteiligung von 620 000 Euro aus.

Die Umsetzung des Verkehrsleitsystems wird voraussichtlich im März kommenden Jahres beginnen, im Dezember 2020 sollen die Anzeigetafeln dann ihren Betrieb aufnehmen. Das Tiefbauamt hat unter Beteiligung der Parkhausbetreiber, des Handelsverbands und der Industrie- und Handelskammer ein Konzept erarbeitet, das insgesamt 124 neue Schilder vorsieht: 39 vollfarbige LED-Anzeigen, 15 dynamische und 70 statische Wegweiser.

Auch Kritik im Stadtrat

Die LED-Anzeigen können frei beschriftet werden und somit auch allgemeine Verkehrsinformationen anzeigen. Sie sollen an Stellen zum Einsatz kommen, wo die Fahrer eine Entscheidung zwischen verschiedenen Routen treffen müssen und zum Beispiel bei Sonderfällen Umleitungen oder Sperrungen erforderlich werden. Sie werden etwa bei der Freilichtbühne, in der Maximilianstraße und am Königsplatz stehen. Dynamische Wegweiser haben eine statische Richtungsanzeige, aber eine dynamische Restplatzanzeige. Sie sind immer dann vorgesehen, wenn Verkehrsteilnehmer Entscheidungen zwischen Fahrtzielen treffen müssen, die Kriterien für LED-Anzeigen jedoch nicht erfüllt sind. Statische Wegweiser kommen zum Einsatz, wenn Verkehrsteilnehmer keine Entscheidungen treffen müssen.

Der Stadtrat stimmte den Plänen gestern zu, allerdings gegen die vier Stimmen der ÖDP, der Linken und der Polit-WG. Christian Pettinger (ÖDP) hatte kritisiert, dass das System den Parksuchverkehr der Leute mit Ortskenntnis, die nach kostenlosen Plätzen suchen, nicht verhindern werde, Besucher von außerhalb aber sowieso im Internet nach Parkhäusern suchen und sich von Navigationssystemen leiten lassen würden. Um Steuergelder zu sparen, wünschte Pettinger sich eine rein digitale Lösung, die die Füllstände der Parkhäuser online anzeigt.
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