Bulgarien - Anker der Stabilität im Balkan - Gesandter der bulgarischen Botschaft zu Gast in Augsburg

Der bulgarische Diplomat aus Berlin war zu Gast in Augsburg auf Einladung der Europa-Union und besuchte das Europa-Büro der Stadt Augsburg im Rathaus (v.l.n.r.) Thorsten Frank, Markus Hodapp, Plamen Bounzin
 
Der Gesandte der bulgarischen Botschaft interessierte sich sehr für Augsburg und machte einen 90-minütigen Stadtrundgang, den das europe direct-Informationszentrum Augsburg organisierte.
Augsburg: Brauhaus 1516 |

Unerwartete Einblicke über Bulgarien und die EU-Ratspräsidentschaft brachte Plamen Bounzin, Gesandter der bulgarischen Botschaft aus Berlin, mit nach Augsburg, fasst Thorsten Frank, Vorsitzender der Europa-Union Augsburg, den Besuch des Gastes zusammen. Das 7,1 Mio Einwohner zählende Land ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union, hat eine Arbeitslosenquote von rund 7 % und erfüllt alle Maastricht-Kriterien zur Einführung des Euros. Mit 25 % Staatsverschuldungsquote liegt der Balkan-Staat sogar weit unter der deutschen Quote von 59,6 %. „Wir streben für Bulgarien die Aufnahme in die Eurozone an und haben Verständnis dass nach den Erfahrungen mit der Finanzkrise in Griechenland die Euroländer weitere Mechanismen erarbeiten, um die Stabilität des Euros zu garantieren“, so der Diplomat aus Berlin.

Bulgarien zeigt sich als sicherer Partner Europas

Wirtschaftlich gelingt Bulgarien ein ausgeglichener Haushalt. Die Prioritäten lägen da „wie bei den deutschen Finanzministern“ fasst Bounzin die Bestrebungen Bulgariens zusammen einerseits Investitionen zu ermöglichen sowie die Binnenkonjunktur zu verbessern und andererseits nicht mehr auszugeben, als im Land erwirtschaftet werden kann. An zahlreichen weiteren Beispielen wurde erkennbar, dass Bulgarien, anders als etwa Ungarn, alle EU-Beschlüsse offiziell unterstützt. Beispielsweise erfüllt Bulgarien die von der EU beschlossene Flüchtlingsverteilungsquote und registriert Flüchtlinge vereinbarungsgemäß. Im Raum herrschte zum Thema Einigkeit, dass die EU-Verträge weiterer Reformen bedürfen.

Das Land setzt auch nicht einfache EU-Beschlüsse um

Bulgarien setzt in seiner EU-Ratspräsidentschaft vier Schwerpunkte: Die Zukunft Europas und junge Menschen, den westlichen Balkan, die Sicherheit und Stabilität sowie die digitale Wirtschaft. Bulgarien unterstützt den Kommissionsvorschlag die Einnahmenverluste durch den BREXIT in Höhe von 12 Milliarden Euro durch Einsparungen und leichte Anpassungen der Gemeinschaftsbeiträge auf 1,11 % der Bruttoinlandsprodukte auszugleichen und damit den mehrjährigen Finanzrahmen der EU von 2021 bis 2027 zu sichern. Besonders wichtig ist Bulgarien eine Perspektive für die westlichen Balkan-Länder zu bieten. Andernfalls sehe das Land die Gefahr, dass sich die Länder dort nach Osten oder Süden orientieren und die Menschen dort entweder fliehen oder sich radikalisieren. Das wirke sich nicht zwangsläufig stabilisierend auf die Region aus, erläuterte Bounzin. Deshalb findet am 17. Mai ein Treffen der sechs westlichen Balkanstaaten in Bulgariens Hauptstadt Sofia statt, wie die Gäste erfuhren.

Bulgarien führt erstmals die EU-Ratspräsidentschaft

Das Land unterstütze gemeinschaftliche Bestrebungen der Außen- und Innensicherung und im Bereich Digitalisierung neue Impulse zu setzen und auch beispielsweise Roaming-Gebühren im gesamten Balkan zu senken. In der anschließenden Diskussion wurde Bulgarien für seine vorbildliche erstmalige Durchführung der Ratspräsidentschaft gegründet. Das Land hatte sogar eigenes ein Ministerium gegründet, damit die Ratspräsidentschaft erfolgreich verlaufen kann. Bei der Bekämpfung der Korruption konnten bereits Erfolge erzielt werden, und am Thema werde weiter gearbeitet. Überraschend für einige Anwesende war auch, dass der Sommer-Tourismus für Bulgarien so bedeutend ist, dass das Land mangels eigener Arbeitskräfte auf Kräfte beispielsweise aus der Ukraine setze.

Der Gesandte versprach, wieder nach Augsburg zu kommen

Frank dankte dem Diplomaten aus Berlin für die offene Art und die Erkenntnis des Abends, dass Bulgarien sich als verlässlicher Partner in der Europäischen Union zeige und vielleicht sei Bulgarien ja dem ein oder anderen ja sogar mehr als eine Reise wert. Lust darauf, mehr über Bulgarien zu erfahren, brachte neben Information und Diskussion auch ein Kurz-Video über Bulgarien auf jeden Fall. Auch Bounzin versprach gerne wieder nach Augsburg zurück zu kehre. Eine 90-minütige Stadtführung, die das europe direct-Informationszentrum der Stadt Augsburg organisierte, hat auch sein Interesse an der Fuggerstadt geweckt.
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