Clemens Högg ist in der SPD nicht vergessen - Gedenkstein in Bergen-Belsen gewidmet

Tief bewegt zeigten sich schwäbische Vertreter von AWO und SPD bei der Widmung des Gedenksteines für Clemens Högg in Bergen Belsen. Hier im Bild von links: AWO-Schwaben Chef Dr. Heinz Münzenrieder, Högg-Enkelin Gabriele Rauch, Andrea Ehmke-Graf, Neu-Ulmer Präsidiumsmitglied der AWO Schwaben, sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr. Foto: Martin Bein
SPD und AWO erinnern an die prägende Persönlichkeit der Sozialdemokratie in Augsburg, Neu-Ulm und ganz Schwaben. Ein Gedenkstein auf dem anonymen Gräberfeld des vormaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen ist für Clemens Högg (1880-1945) auf Initiative der schwäbischen Arbeiterwohlfahrt und SPD errichtet worden. Im Beisein der Högg-Enkelin Gabriele Rauch widmeten die Vertreter den Stein vor Ort und übergaben ihn somit offiziell seiner Bestimmung. Er erinnert von nun an an die prägende Persönlichkeit der Sozialdemokratie in Schwaben und an Högg als Mitglied des Bayerischen Landtages sowie des Augsburger Stadtrates.
Högg war Initiator der AWO in Schwaben und Gründer der AWO-Verbände in Neu-Ulm und Augsburg. In Neu-Ulm übte er in der schwierigen Zeit des Umbruchs 1919 das Bürgermeisteramt aus. Fast die gesamte Zeit der NS-Herrschaft verbrachte er in Haft, wo er in Folge der Folter erblindete. Im Februar 1945 überstellte ihn die SS vom KZ Sachsenhausen nach Bergen-Belsen, wo er am 11. März 1945 starb. Für den AWO-Schwaben-Vorsitzenden Heinz Münzenrieder ist das Gedenken an Clemens Högg – und an andere Widerstand gegen Hitler Leistende – auch Verpflichtung, die ihnen von den Nationalsozialisten geraubte Würde wenigstens posthum wiederherzustellen.
Zur feierlichen Steinübergabe kamen auch die schwäbischen Mitglieder des Deutschen Bundestages, Ulrike Bahr und Karl-Heinz Brunner sowie Margarete Heinrich, Vorsitzende der Augsburger SPD-Stadtratsfraktion. Bahr, die auch Vorsitzende der schwäbischen SPD ist, betonte in ihrer Würdigung der Persönlichkeit Höggs die Wichtigkeit des Erinnerns an den Widerstand gegen das NS-Regime. „Clemens Högg ist für uns Verpflichtung, den aktuellen rechtsextremen Bestrebungen aktiv etwas entgegenzusetzen.“ Das Leben und der Tod Clemens Höggs stehe stellvertretend für viele Gegner der Nationalsozialisten aus den Reihen der Christen, Kommunisten und Sozialdemokraten, so Ulrike Bahr. „Auch 73 Jahre, nachdem der Augsburger Clemens Högg im Kampf gegen das NS-Regime gestorben ist, ist er in der SPD nicht vergessen. Ich bin dankbar, dass mittlerweile viele Orte und Bezeichnungen an Clemens Högg in Augsburg erinnern. Die Stele, an der wir heute hier stehen, wird ab heute gemeinsam mit den anderen Erinnerungsstücken im hiesigen Dokumentationszentrum an diese Lehre erinnern. Es bleibt die Verantwortung der Sozialdemokratie und jedes einzelnen Sozialdemokraten, gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus einzutreten. Dazu werde ich immer meinen Teil beitragen.“
(Fotos: Martin Bein)
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