Der "Mobilo" steht vor dem Aus: Rabattmünze fürs Parken funktioniert nicht

Der Mobilo wurde 2012 als Parkvergütungssystem eingeführt. Einzelhändler und Gastronomen können ihn an ihre Kunden ausgeben, die mit der Münze dann um 50 Cent günstiger parken oder den ÖPNV nutzen können. So soll der Einkauf in der Augsburger Innenstadt attraktiver gemacht werden. Mittlerweile ist die Rabattmarke aber irgendwie in Vergessenheit geraten.

Der Innenstadtgewerbebeirat resümiert nun: „Der Mobilo funktioniert nicht“. So lautet das Fazit von Ulrich Mayer, Vorsitzender des Beirats, der vor dem Wirtschaftsausschuss der Stadt die Ergebnisse einer Umfrage unter den Einzelhändlern vorstellte. „Die gewünschte Zahl von Mobilos im Umlauf wurde nicht erreicht“, erklärt Mayer. Zwar habe es von Anfang an eine große Zahl an Stellen gegeben, die den Mobilo akzeptiert hätten – er wird im Kundencenter der Stadtwerke und in den meisten Parkhäusern der Innenstadt angenommen –, jedoch habe es zu wenig Stellen gegeben, die die Rabattmünze an ihre Kunden weitergeben. „Die Ausgabe verläuft schleppend, das ist ein großes Problem“, so Mayer. Konzeptionelle Fehler habe es allerdings keine gegeben. „Wir haben keine Möglichkeit gefunden, den Mobilo präsenter zu machen“, sagt Mayer. Die einzige Maßnahme wäre eine groß angelegte Werbekampagne, „das wäre aber zu teuer. Das Geld ist besser an anderer Stelle investiert“.

Bis zum Jahr 2017 wurden 66 000 Mobilos verkauft, beinahe zwei Drittel davon seien jedoch an lediglich zwei große Abnehmer gegangen, die den Mobilo an ihre Kunden verteilen: Das Lokal Ratskeller und ein großer Blutspendedienst am Rathausplatz. Wie Wirtschaftsreferentin Eva Weber außerdem berichtet, seien von anfangs 70 Betrieben überhaupt nur noch 18 übrig, die die Rabattmünze ausgeben. „Der Mobilo ist zu lebendig, um ihn sterben zu lassen und zu tot, um ihn am Leben zu halten“, resümiert Weber.

Die frühere City Initiative Augsburg (CIA), die mittlerweile zur Gesellschaft Augsburg Marketing gehört und ursprünglich die Idee für den Mobilo hatte, hat bislang jährlich 5000 Euro in das System investiert. Die Stadt hat das Projekt anfangs mit 30 000 Euro unterstützt. „Blauäugig sind wir aber nicht an die Sache rangegangen“, verteidigt Eva Weber die Einführung der Rabattmünze. „Wir haben damals verschiedene Systeme unter die Lupe genommen und eine Umfrage unter den Handelsbetreibern gestartet. 80 Prozent wollten den Mobilo.“ Heute aber will ihn kaum noch jemand. „Es sollte eigentlich eine charmante Geste sein, aber mittlerweile ist jeder nur irritiert, wenn er einen Mobilo bekommt“, sagt Weber.

Wie Heinz Stinglwagner von Augsburg Marketing erklärt, wäre es möglich, die Rabattmünze wie bisher am Leben zu erhalten, der Aufwand stehe seiner Meinung nach aber in keiner Relation zum Ergebnis.

Letztlich ist sich der Ausschuss einig, dass der Mobilo ausgedient hat. Oder wie Eva Weber es abschließend formuliert: „Es war schön mit dir, Mobilo.“
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