Die Chlorung des Dinkelscherbener Wassers wird teuer - Mehrkosten für die betroffenen Bürger

Die Chlorung des Dinkelscherbener Trinkwassers und deren Kontrolle kosten auf die Dauer richtig Geld. Hochgerechnet zahlt eine vierköpfige Familie etwa 150 Euro mehr Wasserkosten pro Jahr als bisher. Wie lange die Chlorung andauern soll, darüber wurde noch nichts veröffentlicht.

Wer ans Dinkelscherbener Trinkwassersystem angeschlossen ist, muss wegen einer bakteriellen Belastung, die seit zwei Wochen nicht mehr nachweisbar ist, das Wasser immer noch abkochen. Das Landratsamt Augsburg hat nun eine Sicherheitschlorung für das Trinkwassersystem angeordnet. Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb will nun erst die rechtliche Situation zur Anweisung der Sicherheitschlorung durch das Landratsamt prüfen lassen. Nun hat bereits am Donnerstag die Gemeinde Dinkelscherben mit einer weiteren Information auf der gemeindeeigenen Facebook-Seite reagiert:
Die betroffene Bevölkerung im Versorgungsgebiet Dinkelscherbens sei über das vom Gesundheitsamt angeordnete Abkochgebot des Trinkwassers informiert worden, ist auf dem  Facebook-Account  Dinkelscherbens zu lesen.  Alle Haushalte habe man mit Durchsagen der Feuerwehren und Informationsblättern auf das Abkochgebot hingewiesen. Parallel dazu sei die Suche nach einem geeigneten, zertifizierten Dienstleister aufgenommen worden, der die Anordnung und Chlorung durchführen kann. Zwei Chlorungsgeräte, Messsonden und die erforderliche Chemie stünden im Wasserwerk Oberschöneberg und im Wasserwerk Dinkelscherben bereits bereit.
Dem Markt selbst, so lässt Kalb auf der Facebook-Seite Dinkelscherbens veröffentlichen, fehle für die ordnungsgemäße Umsetzung der Anordung sowohl die personelle Kompetenz als auch die personelle Kapazität. Nach derzeitigem Kenntnisstand müssen etwa 80 Kilometer Wasserleitung, fünf doppelkammerige Hochbehälter, zwei Wasserwerke, die Haushalte in 22 Orten (etwa 3000 Entnahmestellen) mit einer festgelegten Chlorkonzentration versorgt werden. Zur Überwachung der Grenzwerte werden vom Gesundheitsamt vermutlich etwa 30 Messstellen festgelegt. Diese müssten dann nach derzeitigem Kenntnisstand drei Mal pro Tag, sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr von befähigtem Personal kontrolliert werden.
„Sollten diese Zahlen durch das angekündigte, gesonderte Anschreiben bestätigt werden, gehen wir heute von Kosten von etwa 500 000 Euro pro Jahr für die Chlorierung und die Beprobung aus. Für den Zeitraum der Chlorung (derzeit unbestimmt) würde der Wasserpreis um mehr als 1 Euro pro Kubikmeter steigen, denn die Wasserversorgung muss kostendeckend geführt werden. Damit wären dann auch die Bürger in Grünenbaindt betroffen, denn es darf in einer kommunalen Wasserversorgung nur einen Wasserpeis geben“, so ist in der Information Dinkelscherbens auf der Facebook-Seite zu lesen.
Die Anordnung des Landratsamtes Augsburg nehme darauf Bezug und Dinkelscherben zitiert: „Die Anordnung ist auch angemessen, da der Schutz des Trinkwassers und der Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren durch verunreinigtes Trinkwasser das Individualinteresse der Marktgemeinde Dinkelscherben (insbesondere finanzielle Interessen) deutlich überwiegt.“
Über die Dauer der Chlorung des Dinkelscherbener Wassers hat weder das Landratsamt Augsburg noch die Gemeinde Dinkelscherben bisher nichts veröffentlicht.
Die Schätzung einer vierköpfigen Familie, die im Bereich der Dinkelscherbener Wasserversorgung lebt, beträgt bei dem erhöhten Wasserpreis Mehrkosten von 150 Euro pro Jahr.
Stefan Gruber
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