Die Linie 3 nach Königsbrunn kommt in Fahrt: Weg geebnet für Planfeststellungsverfahren

Ab 2022 fahren die Straßenbahnen der Linie 3 vom Königsplatz bis nach Königsbrunn. Foto: Archiv

Augsburg - Ende 2022 könnte die erste Straßenbahn von Augsburg Richtung Königsbrunn rollen. Doch vor der "Verlängerung der Linie 3" liegt ein weiter Weg. Am Donnerstag wurde mit dem Beschluss im Bauausschuss der weitere Weg für das Planfeststellungsverfahren geebnet.

Anfang Februar hatten die Stadtwerke die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der zuständigen Regierung von Schwaben eingereicht, die Stadt Augsburg ergänzte mit dem Beschluss im Bauausschuss die Unterlagen um die Stellungnahme der Fuggerstadt zu dem Vorhaben.

Damit ist das Projekt auf die Zielgerade eingebogen, denn seit mehr als 100 Jahren besteht der Wunsch, Königsbrunn und Augsburg über die Schiene zu verbinden. Zunächst, Anfang des 19. Jahrhunderts, war es noch die Localbahn, die nach Süden verlängert werden sollte. Nun ist es die Straßenbahnlinie 3 der Stadtwerke Augsburg, die den Brückenschlag machen soll.

Als im Dezember 2015 die politischen Spitzen der beiden Städte und des Landkreises Augsburg vor die Öffentlichkeit traten, war der Streitpunkt aus vergangenen Tagen bereits geklärt: die Finanzierung. 48 Millionen Euro sind inzwischen für die Baukosten der 4,6 Kilometer langen Strecke angesetzt. Diese teilen sich Stadtwerke, Augsburg und Königsbrunn.

Baureferent Gerd Merkle ging in der Ausschusssitzung von einer zügigen Bearbeitung des Planfeststellungsverfahrens aus, vor allem auch, weil in Königsbrunn seit vielen Jahren der Platz für die Trasse frei gehalten wurde. Er glaube, dass das Verfahren in eineinviertel Jahren abgeschlossen sein könnte. Ein Planfeststellungsbeschluss könnte Anfang 2020 gefasst werden. Die reine Bauzeit schätzte Merkle auf zwei Jahre. Auf die Nachfrage von Stadtrat Volker Schafitel (Freie Wähler), ob denn die Verlängerung der Linie 3 mittlerweile Teil der Mobilitätsdrehscheibe sei, bestätigte dies Merkle. Dieser Aspekt hat Einfluss auf die Förderung aller Teilprojekte der Mobilitätsdrehscheibe, die sich nach dem Kosten-Nutzen-Faktor richtet.

Weiter wollte Volker Schafitel wissen, wieso die Linie 5 nicht schneller vorankomme. Hier gab Merkle zu bedenken, dass die "Länge und Betroffenheiten viel größer" seien. Trotzdem hoffe Merkle, dass noch in diesem Jahr die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingereicht werden können. Für das Verfahren setzte der Baureferent zwei bis zweieinhalb Jahre an, in ähnlicher Größenordung werde sich auch die Bauzeit bewegen. "Es ist sehr, sehr schwierig", gab Merkle zu. Bis hier die erste Straßenbahn fährt, könnte es schon bis 2026 dauern.

Und noch ein Projekt aus der Mobilitätsdrehscheibe wollte Schafitel genauer erläutert haben: die Verlängerung der Linie 1 von Lechhausen zum Bahnhof Hochzoll. Dafür gebe es in den Stadtteilen Hochzoll Nord und Süd keinen allzu großen Enthusiasmus, erinnerte sich der Baureferent an Informationsveranstaltungen vor Ort. Damit ist wohl nicht zu erwarten, dass sich hier in nächster Zeit viel bewegt.

Währenddessen schaut vor allem das Umland auf das Vorankommen der Linie 3, könnte die Verlängerung doch das Modell für drei weitere Schienenprojekte werden. Die Linie 5 etwa soll nicht an der Grenze zu Neusäß enden, wie etwa die Linie 6. Diese ist seit Dezember 2010 in Betrieb und endet im Niemandsland zwischen Friedberg und Augsburg. Die Verlängerung der Linie 3 nährt nun eine, wenn auch schwache, Hoffnung auf eine nachträgliche Verbindung in die Stadt hinein.

Gleiches gilt für die Linie 4, die derzeit an der Grenze zu Gersthofen wendet. Auch hier wurde immer wieder der Wunsch nach einer Verlängerung in die Stadtmitte hinein laut. Aber die Königsbrunner mussten schließlich auch mehr als 100 Jahre auf den Anschluss per Schiene warten. (
Von Markus Höck)
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Florian Handl aus Augsburg - City | 20.04.2018 | 18:24  
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