Dinkelscherbener Wasser: Gemeinde will die Anordnung einer Sicherheitschlorung des Landratsamtes rechtlich überprüfen lassen

Das Wasser bekommt langsam einen schalen Beigeschmack. Landratsamt ordnet Sicherheitschlorung an und die Gemeinde Dinkelscherben will deren Rechtmäßigkeit überprüfen lassen. Dinkelscherben informiert die Bevölkerung auch über ihren Facebook-Account über die aktuelle Situation.

Die Gemeinde Dinkelscherben reagierte gleich nachmittags auf ihrem Facebook-Account auf die mittags vom Landratsamt Augsburg veröffentlichte Pressemeldung zur „Anordnung einer Sicherheitschlorung“.
Laut der Gemeinde lägen derzeit keine Befunde aus dem Labor vor, die diese Anordnung bedingen. Die Anordnung stütze sich in ihrer Begründung in erster Linie auf den nicht mehr zeitgemäßen, technischen Zustand der Dinkelscherbener Wasserversorgungsanlagen und mögliche Instandhaltungsversäumnisse in der Vergangenheit.
Laut der Gemeinde habe das Landratsamt die herausgegebene Pressemeldung inhaltlich nicht mit dem Markt Dinkelscherben abgestimmt. Die Gemeinde schreibt, da es sich um eine Sofortanordnung handle, werde schnellstmöglich die Abkochanordnung für das Versorgungsgebiet Dinkelscherben kommuniziert.
In den entsprechenden Facebook-Kommentaren wird berichtet, dass die Feuerwehr wohl durch die Gemeinden fahre, die Bürger informiere und Flyer verteile.
Gleichzeitig werde mit den organisatorischen Vorbereitungen, der Ressourcenbeschaffung, der Schaffung der technischen Voraussetzungen und der nötigen Bürgerinformation für die schnellstmögliche Sicherheitschlorung des gesamten Gemeindegebiets begonnen, so die Gemeinde.
Jetzt wird erst geprüft
Allerdings hat die Gemeindeverwaltung die Anordnungen des Landratsamtes einer Rechtsanwaltskanzlei zur Prüfung der Rechtmäßigkeit und Angemessenheit übergeben. Gegebenenfalls könne beim bayerischen Verwaltungsgericht Klage erhoben werden.
Bürgermeister Edgar Kalb angesprochen auf die rechtliche Prüfung der Anordnung und einer Chlorung versichert: „Der Markt Dinkelscherben wird seinen Verpflichtungen bezüglich der erteilten Anordnungen im Rahmen seiner Möglichkeiten nachkommen.“
Facebook
Natürlich sind die Kommentare auf Facebook emotional geprägt zwischen sachlichen und, wie in den sozialen Netzwerken üblich, polemischen Beiträgen. So wird von Instandhaltungsstau geschrieben aber auch von Anordnungen durch „Bürohengste des Landratsamtes“ und trotzig „Ich koche kein Wasser ab und fordere auf, so viel nicht-abgekochtes Wasser zu trinken als möglich, um gegen eine unsinnige Chlorung zu protestieren.“ Die Bürger beschäftigt auch, auf welchem Weg die Bevölkerung schnellstmöglich informiert wird.
Die inhaltliche Richtigkeit, mikrobiologisch-medizinische Erfahrung und die Heranziehung der sachlichen Hintergründe der Facebook-Kommentare sind generell kritisch zu hinterfragen.
Kommentar
Irgendwie bekommt die Dinkelscherbener Wassermissere nun einen schalen Beigeschmack – keine bakterielle Belastung sei seit zwei Wochen mehr nachweisbar, dafür spricht Dinkelscherben davon, dass der technische Zustand der Trinkwasseranlagen und Instandhaltungsversäumnisse der Grund für die Anordnung des Landratsamtes sei, die nun gar als „gravierende hygienische Mängel“ bezeichnet werden. Wenn es an der Instandhaltung mangelt, dann ja wohl schon länger, aber sind die hygienischen Mängel plötzlich aufgetreten und erst jetzt entdeckt worden?
Fragen, nur Fragen und keine Antworten.

Stefan Gruber
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