Einschnitte bei Kuka: Roboterhersteller streicht in Augsburg 350 Vollzeitstellen

Kuka will in Augsburg 350 Stellen streichen - und das noch in diesem Jahr. (Foto: Archiv)

Der Roboterhersteller Kuka will noch in diesem Jahr an seinem Hauptsitz in Augsburg 350 Stellen abbauen. Das hat der Konzern am Donnerstag bekannt gegeben.

 
Vorstandsvorsitzender der Kuka AG, Peter Mohnen, spricht von einem Bewusstsein für die Verantwortung, die der Konzern habe. "Uns geht es um Kukas Zukunft“, rechtfertigt er den Schritt. Die Entlassungen sollen laut einer Pressemitteilung des Konzerns "nach Möglichkeit sozialverträglich erfolgen", die Entscheidung sei im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern getroffen worden. Der Abbau soll sich vorwiegend auf sogenannte indirekte Bereiche konzentrieren.

Kuka: Stellenabbau sei "nicht vermeidbar"

Der Stellenabbau sei Teil eines Maßnahmenpakets mit dem Ziel, 300 Millionen Euro bis 2021 einzusparen. Für das Jahr 2019 sei bereits ein hoher zweistelliger Millionenbetrag identifiziert. Mit den Einsparungen sei der Stellenabbau am Hauptsitz in Augsburg vorgesehen, "der aufgrund der aktuellen Situation nicht vermeidbar ist".

"Das Geschäftsjahr 2018 stellte Kuka vor viele Herausforderungen", beschreibt der Konzern seine Situation. Ab dem vierten Quartal sei die Konjunkturabkühlung
verstärkt zu spüren gewesen und "unsere Kunden waren zurückhaltender bei
ihren Investitionsentscheidungen".

Hinzu seien negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft gekommen. Kuka habe daher seine Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr angepasst und ein Sofort-Maßnahmenpaket eingeleitet.

„Wir arbeiten hart an unserer Effizienz, halten eine strikte Kostendisziplin ein und werden uns stärker auf die konkreten Bedürfnisse unserer Kunden in ihren regionalen Märkten fokussieren“, erklärt Peter Mohnen. „Dazu werden wir den eingeleiteten Maßnahmenplan konsequent umsetzen.“

Zahlen aus der Bilanz des Kuka-Konzerns

Der Kuka-Konzern erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Auftragseingang
in Höhe von 3305,3 Millionen Euro und lag um 8,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres
(2017: 3614,3 Millionen Euro). Die Auftragseingänge wurden überwiegend in Europa erzielt.

Die Umsatzerlöse des Kuka-Konzerns erreichten im Jahr 2018 einen Wert von
3242,1 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr mit 3479,1 Millionen Euro ging der Umsatz um 6,8 Prozent zurück.

Die Book-to-Bill Ratio, das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen,
lag auf Konzernebene im Geschäftsjahr 2018 mit 1,02 (2017: 1,04) über 1 und
signalisiert damit eine gute Auslastung.

Der Auftragsbestand des Kuka-Konzerns erreichte zum Jahresende 2018 einen
Wert in Höhe von 2055,7 Millionen Euro. Das ist ein leichter Rückgang um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (2017: 2157,9 Millionen Euro) und deutet auf eine gute Auslastungim Jahr 2019 hin.

Der Kuka-Konzern erwirtschaftete beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor
Kaufpreisallokationen, vor Wachstumsinvestitionen und vor Reorganisationsaufwendungen
einen Wert von 96,4 Millionen Euro (2017: 148,3 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 3,0 Prozent (2017: 4,3 Prozent). Unter Berücksichtigung aller Aufwendungen 2018 belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Kuka-Konzern auf 34,3 Millionen Euro (2017: 102,7 Millionen Euro). Die EBIT-Marge lag entsprechend bei 1,1 Prozent (2017: 3,0 Prozent).

Im Geschäftsjahr 2018 lag der Free Cashflow im Kuka-Konzern bei -213,7 Millionen Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr lag der Wert bei -135,7 Millionen Euro. Unter anderem die verstärkteInvestitionstätigkeit in neue Produktionsgebäude, der Umbau einer Produktionsanlage aber auch der Anstieg des Trade Working Capitals wirkten sich auf den Free Cashflow aus.

Im Berichtsjahr beschäftigte der Kuka-Konzern 14.235 Mitarbeiter. Damit lag die
Mitarbeiterzahl auf Vorjahresniveau (2017: 14.256).

Guidance 2019

Unter den gegenwärtigen Konjunkturprognosen und Rahmenbedingungen sowie
unter Abwägung der aktuellen Risiko- und Chancenpotenziale rechnet Kuka im
Geschäftsjahr 2019 mit einer leicht steigenden Nachfrage. Wachstum wird vor
allem aus Asien und hier insbesondere aus China erwartet. Europa und Americas
sollten sich leicht positiv entwickeln. Auf Branchenebene erwartet Kuka für dieAbsatzmärkte der General Industry eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. In
der Automobilindustrie sollte die Nachfrage stabil verlaufen. "Unsicherheiten ergeben
sich vor allem aufgrund der aktuellen politischen und weltwirtschaftlichenEntwicklung. Davon betroffen sind auch die weltweit größten Robotik- Absatzmärkte wie die Automobilindustrie und Elektronikindustrie, deren Entwicklungen
wir im Blick behalten", so der Konzern.

Kuka erwartet auf Basis der gegenwärtigen Rahmenbedingungen und Wechselkurse
im Gesamtjahr 2019 einen leicht steigenden Umsatz mit rund 3,3 Milliarden Euro.
Unter Voraussetzung der aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen und der
erwarteten Geschäftsentwicklung geht der Kuka-Konzern davon aus, eine EBITMarge
von rund 3,5 Prozent vor finaler Evaluierung der laufenden Reorganisationsaufwendungen
zu erreichen. (pm/mh)
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