Fahrrad-Chaos im Pferseer Tunnel: Bündnis fordert nun Tempo 30 und Treppenabriss

Gegen das Chaos am und im Pferseer Tunnel hat sich nun ein breites Bündnis gebildet, das Maßnahmen fordert. (Foto: Bürgeraktion Pfersee)

Die Situation im Pferseer Tunnel, der vom Hauptbahnhof in den Westen der Stadt Augsburg führt, verärgert seit einiger Zeit viele Fußgänger, denn der schmale Gehweg durch die Unterführung ist auf beiden Seiten geradezu zugeparkt mit Fahrrädern. Auch das neue Parkhaus am Helio-Center hat kaum zur Besserung beigetragen. Ein breites Bündnis fordert nun weitreichende Maßnahmen.

Die Ausschussgemeinschaft aus Freien Wählern, Linken, ÖDP und Polit-WG sowie der ADFC, die Bürgeraktion Pfersee, die Bürgerinitiative Rosenau- und Thelottviertel, das Forum Augsburg lebenswert, Greenpeace, der BUND Naturschutz und radirrwege.de. haben sich nun zusammengeschlossen und fordern "schnelle und effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im Pferseer Tunnel für Fußgänger und Radfahrer".

Konkret will das Bündnis: Tempo 30 im Tunnel, eine bessere Vermarktung des Fahrradparkhauses und einen Abriss der Treppe am Helio-Center. Diese Forderungen hat es nun in einem Antrag an Oberbürgermeister Kurt Gribl gestellt.

Chaos im Pferseer Tunnel: Verbots-Schilder nutzen kaum

Bei langsamerem motorisierten Verkehr, so die Argumentation, könnten Radler auf die Straße wechseln, was wiederum den Fußgängern mehr Raum lassen würde.

Vor allem "seit es auf dem Bahnhofsvorplatz und vor dem Nordzugang zum Bahnhof kaum noch kostenlose Radabstellplätze mehr gibt, nutzen etlicher Radler den Gehweg im Tunnel als überdachten Parkplatz", monieren die Antragssteller. Das Schild "Abstellen von Fahrrädern verboten!", das es seit Januar im Tunnel gibt, habe ebenfalls nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Situation geführt.

Stelleplätze im Helio-Center: Bündnis fordert flexiblere Tarife

Von den gut 700 Stellplätzen im neuen Helio-Center habe erst knapp die Hälfte einen Mieter gefunden. Dies liege wohl an den wenig kundenfreundlichen Konditionen, vermutet das Bündnis. Denn es gibt ausschließlich eine Jahreskarte für 70 Euro oder eine Monatskarte für 7 Euro, keine Tages- oder Wochenkarten. Zudem gebe es keinen Ansprechpartner direkt vor Ort, nur einen Automaten.

Die Antragssteller fordern: flexiblere Tarife, (gesponserte) Schnupperabos oder einen Sonderrabatt bis zur Bereitstellung kostenloser Parkmöglichkeiten beim sich im Bau befindlichen Ostzugang zum Hauptbahnhof.

Zu guter Letzt rechnet das Bündnis noch vor: "Die Breite des für Radler freigegebenen südlichen Fußweges im Tunnel beträgt 275 cm. Dieser verengt sich durch ein abgestelltes Rad auf etwa 215 cm. Dies liegt sehr nahe an den 230 cm Breite, welche die Treppe am Heliocenter für einen Fußweg plus einen benutzungspflichtigen Radweg übrig lässt. Die Entfernung dieser Treppe würde diese Stelle auf 320 cm verbreitern. Die Gründe der Verkehrssicherheit, die im Tunnel gelten, müssen wenige Meter weiter in Richtung Bahnhof auch gelten. Daher muss die Treppe weg. Für den Fluchtweg des Heliocenters findet sich gewiss eine bessere Alternative." (pm/jaf)
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