Flüchtlingsboot im Augsburger Annahof

Im Annahof wird zum Weltflüchtlingstag ein Original-Flüchtlingsboot aufgebaut.. Foto: Resqship / Barbara Held

Zum Weltflüchtlingstag lädt Amnesty International Augsburg in Kooperation mit Resqship, einem Verein für die zivile Seenotrettung, und weiteren Akteuren die Augsburger ein, aus Solidarität mit verzweifelten Asylsuchenden selbst ein Flüchtlingsboot zu besteigen. Dazu wird am Mittwoch, 20. Juni, im Annahof ein Original-Flüchtlingsboot aufgestellt.

Auf dem etwa elf mal drei Meter großen Boot haben bis zu 150 Menschen Platz. Die Aktion beginnt um 18 Uhr. Jeder ist willkommen, in das Boot zu steigen - um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Und dafür, "dass man nicht wegschauen darf, solange das Sterben auf dem Mittelmeer weitergeht", betont Amnesty Augsburg in der Einladung zu der Aktion.

Die Aktion findet anlässlich der Finissage der Amnesty-Ausstellung "Wo sind sie? Kein Mensch verschwindet spurlos" statt, die derzeit im Foyer des Annahofs zu sehen ist. In der Ausstellung geht es um das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen in Mexiko. Doch auch hier in Europa verschwinden Tausende von Menschen - an "der tödlichsten Grenze der Welt: dem Mittelmeer". In den vergangenen vier Jahren starben laut Amnesty allein zwischen Libyen und Italien über 14 000 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Unzählige seien spurlos verschwunden.

"Nicht die Menschen auf der Flucht zu uns gefährden unsere Abendlandskultur, sondern das Wegschauen, das Verleugnen, dass Menschen in ihrer Verzweiflung auf der Flucht allein gelassen werden und viele dabei sterben", so Friedrich Reich von Resqship. Er war selbst schon bei Seenotrettungsaktionen auf dem Mittelmeer dabei und hat erlebt, wie die libysche Küstenwache die Boote der Hilfsorganisationen bei Rettungsaktionen hindert. Wer in das Flüchtlingsboot im Annahof steigt, wird dort von Reichs Erfahrungen hören. Außerdem wird die Perspektive eines Flüchtlings zu hören sein. Die Aktion findet im Rahmen der Augsburger Refugee Week statt und wird gemeinsam mit der Diakonie Augsburg, Tür an Tür und Werkstatt Solidarische Welt organisiert. (pm)
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