Für gleiche Teilhabe von Menschen mit Behinderung: Bürgerbeteiligung zum "Aktionsplan Inklusion" startet

Sie stehen stellvertretend für die Mitglieder des "Beraterkreises Inklusion", der die Vorarbeit zur Bürgerbeteiligung geleistet hat: Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer , Katrin Frindert (Amt für Kinder Jugend und Familie), Andrea Bayer (Fachstelle Inklusion), Klaus Kneißl (Sozialplaner), Claudia Nickl (Behindertenbeirat), Ronald Miller (Caritas), Silvia Reißner (Hessing Förderzentrum) und Stephanie Schmitt-Bosslet (FISS)

Es ist ein lohnendes Ziel. Wenn es erreicht ist, haben alle etwas davon:
Augsburg macht sich derzeit auf den Weg zu einer inklusiven Stadt: Eine Stadt, in der die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ganz im Sinne der Behindertenrechtskonvention der UNO groß geschrieben wird.

Den Weg zu diesem Ziel beginnt die Stadt Augsburg, indem sie einen „Aktionsplan Inklusion“ erarbeitet - zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern: Ein wichtiger Beitrag dazu ist die Online-Befragung unter www.augsburg.de/inklusion.

Online-Beteiligung und Bürgerwerkstatt am 14. Oktober  

Die Bürgerwerkstatt folgt am Samstag, 14.10.2017 ab 9.30 Uhr im Kongress am Park. In sechs Arbeitsgruppen werden die wichtigsten Gesichtspunkte des Themas Inklusion bearbeitet. Der bekannte Buchautor und Sportler Florian Sitzmann berichtet an diesem Tag über „25 Jahre gelebte Inklusion“. Sitzmann hat als Jugendlicher bei einem Unfall beide Beine verloren. Er erzählt auf humorvolle und Mut machende Weise davon, wie er gelernt hat, mit der Behinderung umzugehen und welche Erfahrungen er im Alltag macht. Das Duo Tiefenbacher / Weh rundet die Veranstaltung musikalisch ab. Eine Anmeldung zur Bürgerwerkstatt am 14. Oktober im Kongress am Park ist telefonisch unter Tel. 0821 324 4333 oder per E-Mail unter sozialplanung@augsburg.de. Je mehr Menschen sich beteiligen desto aussagekräftiger und besser wird der Plan.  

Stimmen zur Inklusion: Stefan Kiefer und Inklusionsplanerin Andrea Bayer

„Obwohl sich in den letzten Jahren schon einiges verbessert hat, stehen Menschen mit Behinderung in vielen Lebensbereichen vor Hindernissen. Sei es bei der Wohnungssuche, in Schule und Beruf, in Kultur und Freizeit, in der Mobilität“, erklärt Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer. „Der Aktionsplan Inklusion, den die Stadt erarbeitet, soll Hindernisse aufzeigen und Lösungsvorschläge sammeln. Die Maßnahmen, die daraus entstehen nützen dabei allen, Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung.“ 

„Menschen mit Behinderung werden heute stärker unter dem Blickwinkel der selbstverständlichen Zugehörigkeit gesehen. Die 2008 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention hat ein Umdenken bewirkt“, erläutert Andrea Bayer die Ausgangssituation. Sie ist die Inklusionsplanerin der Stadt: „Wir brauchen dazu die Bürgerschaft. Denn beim Thema Inklusion gibt es in der Stadtgesellschaft viele Akteure, deren Fachwissen wir einbeziehen wollen: Die Betroffenen selbst, ihre Angehörigen sowie die Verbände und Selbsthilfegruppen. Aber auch ganz einfach alle Bürgerinnen und Bürger, die mit offenen Augen durch ihre Stadt gehen.“

"Beraterkreis Inklusion" für Augsburg

Um dieses Expertenwissen bereits im Vorfeld einzubeziehen, wurde ein „Beraterkreis Inklusion“ geschaffen. Ein breites gesellschaftliches Bündnis mit mehr als 35 Mitgliedern ist da zusammengekommen. Ronald Miller vom Beraterkreis Inklusion erklärt den Grund, warum er den Inklusionsplan unterstützt, so: „Der Gedanke der Inklusion ist eine Chance. Denn er besagt, dass die Umgebung sich so verändert, dass die Menschen sich darin zurechtfinden.“ Beraterkreis-Mitglied Katrin Frindert spricht von der Chance, dass mit dem Inklusionsplan ein ganz neues Bewusstsein geschaffen werden kann: „Es werden Ängste abgebaut, die das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung erschweren.“ Claudia Nickl, Vorsitzende des Augsburger Behindertenbeirates, erkennt im Aktionsplan die Fortsetzung einer positiven Entwicklung: „Die Sichtweise von Menschen mit Behinderung wird stärker wahrgenommen. Im Vorfeld von Großprojekten wie dem Theaterumbau werden wir ganz selbstverständlich gefragt.“

Der Aktionsplan, der Ende 2018 fertig sein soll, soll von der Lebenswirklichkeit der Menschen ausgehen. Darum gilt: „Jeder und jede mit Interesse und Ideen ist herzlich willkommen“, wie Andrea Bayer erläutert.
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