Fujitsu-Schließung: Hat die Stadt das Werksgelände einst der Firma geschenkt, um Arbeitsplätze zu erhalten?

Das Fujitsu-Gelände wurde einst "der Firma Siemens angeblich unentgeltlich überschrieben", teilt die SPD mit - und kritisiert, dass Fujitsu das Gelände nun verkaufen möchte. (Foto: Alisha Braun)

An den "tragischen Mehrwert eines Grundstücks" im Fall Fujitsu erinnert nun die SPD-Stadtratsfraktion.

Vera Schneevoigt, Werkschefin von Fujitsu in Augsburg, hatte sich in einem Interview der Augsburger Allgemeinen zu Plänen geäußert, das Werksgelände nach der Schließung zu veräußern. Für SPD-Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich ein Unding: "Dass nun der Konzern auch schon Planspiele zur Grundstücksveräußerung in der Schublade hat, macht mich betroffen.“ Das Grundstück, auf dem das Fujitsu-Werk steht, habe früher der Stadt Augsburg gehört, erklärt sie. Es wurde damals "der Firma Siemens angeblich unentgeltlich überschrieben".

„Viele Haunstetter und Siemensbeschäftigte sprachen mich darauf jetzt an, denn sie erinnern sich noch genau daran, dass dieses Grundstücksgeschäft auch in Verbindung zum Erhalt von Arbeitsplätzen abgeschlossen wurde“, sagt Heinrich. Mit einer Anfrage an Oberbürgermeister Kurt Gribl und die Stadtverwaltung will die SPD-Fraktion nun in Erfahrung bringen, welche Bedingungen zum damaligen Zeitpunkt bei diesem Grundstücksgeschäft vereinbart wurden.

Das Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg teilte dazu auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass die Anfrage der SPD "stadtintern noch nicht verfügt" wurde, somit liege auch noch kein aktueller Sachstand vor.


Über 1800 Arbeitsplätze werden nach den Plänen der Konzernführung bis September 2020 in Augsburg wegfallen. (mh/jaf)
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