Fujitsu und Premium Aerotec: Wie geht es weiter für den Wirtschaftsstandort Augsburg?

Gute Nachrichten für einige Beschäftigte des Augsburger Fujitsu-Standortes: Rund 350 Arbeitsplätze sollen in Augsburg erhalten bleiben. (Foto: Alisha Braun)

Im Fall Premium Aerotec, das in Augsburg bis zu 1000 Stellen streichen will, sind nun Bayerns Arbeitsministerin Kerstin Schreyer, Arbeitsstaatssekretärin Carolina Trautner und Augsburgs Wirtschaftsreferentin Eva Weber zu einem Gespräch mit Vertretern des Betriebsrats von Premium Aerotec und der Gewerkschaft IG Metall zusammengekommen. Gemeinsam wollen die Akteure "alle Möglichkeiten ausloten, um Arbeitsplätze zu erhalten", wie Schreyer mitteilt. Bei Fujitsu unterdessen, das sein Augsburger Computerwerk bis Herbst 2020 schließen will, gibt es gute Nachrichten für einige Mitarbeiter: 350 von 1450 Stellen sollen erhalten bleiben.

Die Beschäftigten von Premium Aerotec, das zum Airbus-Konzern gehört, hatten erst kürzlich in einer Betriebsversammlung erfahren, dass ab 2021 rund 500 Stellen abgebaut werden sollen. Können keine neuen Aufträge generiert werden, sind bis 2023 hunderte weitere Jobs gefährdet. Bis zu 1000 Stellen könnten schlimmstenfalls wegfallen. Der Luftfahrt-Zulieferer beschäftigt aktuell 3600 Mitarbeiter.

Scheuer und Dobrindt sollen Jobs bei Premium Aerotec retten

"Die Überlegungen von Premium Aerotec, Stellen am Standort Augsburg abzubauen, sorgen für Unsicherheit und Ungewissheit bei den Beschäftigten und in der Region", sagte Arbeitsministerin Schreyer nun. Um Arbeitsplätze zu erhalten, müsse vor allem der Standort in Augsburg gesichert und zukunftsfähig gemacht werden. "Ich sehe hier auch den Bund in der Verantwortung, in geeigneter Weise auf Airbus einzuwirken, um Premium Aerotec zu stärken." Schreyer stehe deshalb bereits in Kontakt mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und dem Vorsitzenden der CSU im Bundestag, Alexander Dobrindt. Sie habe die beiden gebeten, sich "für eine beständige Auftragslage bei Premium Aerotec in Augsburg einzusetzen", so Schreyer.

Ein direkter und frühzeitiger Informationsaustausch mit den Betroffenen sei grundlegend, sagte Wirtschaftsreferentin Eva Weber. "Der Betriebsrat hat uns Handlungsmöglichkeiten vorgestellt, die entsprechend geprüft werden. Parallel dazu finden auch immer wieder Gespräche mit der Geschäftsleitung statt, damit alle gemeinsam an einem Strang ziehen."

Bei Fujitsu sind die Verhandlungen schon weiter

Im Fall von Fujitsu sind die Verhandlungen schon deutlich weiter voran geschritten. Das Unternehmen hatte im Oktober angekündigt, seinen Augsburger Standort zu schließen. Der japanische Konzern will seine Produktion künftig in Asien konzentrieren. 1450 Mitarbeiter in Augsburg verlieren ihre Stelle, hieß es.

Nach langen und mitunter zähen Verhandlungen steht nun fest, dass der Standort zwar wie geplant geschlossen wird, rund 350 Arbeitsplätze jedoch erhalten werden sollen. Das Unternehmen suche dafür im Raum Augsburg einen neuen kleineren Standort. Spekulationen zufolge sollen unter den verbleibenden Beschäftigten viele Fachkräfte sein, die weiterhin deutsche Fujitsu-Kunden betreuen. Zudem gibt es offenbar Interessenten für Teile des Fujitsu-Standorts. Durch diese könnten weitere Stellen gesichert sein. Um wen es sich bei den Interessenten handelt, ist noch nicht bekannt.

Die Arbeitnehmervertreter haben mit dem Unternehmen einen Sozialplan ausgehandelt. Die gekündigten Mitarbeiter sollen eine Abfindung bekommen. Weiterhin soll eine Transfergesellschaft gegründet werden, die den Beschäftigten helfen soll, eine neue Stelle zu finden. (kd)
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Gerold Rainer aus Augsburg - Haunstetten | 24.04.2019 | 16:47  
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