Gegen die Taubenplage: Das „Augsburger Modell“

Das „Augsburger Modell“ geht auf Rudolf Reichert zurück, der mit seiner „Initiative gegen Tierversuche und Ausbeutung der Tiere“ Ende der 1990er eine Vorgehensweise entwickelte, die tierfreundlich und nachhaltig sein sollte. Zuvor ging die Stadt noch bis Mitte 1995 – auf konkrete Beschwerden und Anforderungen hin – durch Abschuss gegen Taubenbelästigungen vor.

Verschiedene Tierschutzorganisationen machten sich dagegen stark. Zumal durch das Töten insgesamt keine Reduzierung der Taubenpopulation erreicht werden konnte.

Seither werden die Tauben in eigens errichtete Türme oder andere Taubenschläge umgesiedelt. Dort ersetzen Ehrenamtliche die frisch gelegten Eier durch Attrappen, das städtische Abfallwirtschaftsamt reinigt die Schläge. Insgesamt gibt es in Augsburg inzwischen zwölf Standorte. 7500 Eier wurden stadtweit bereits eingesammelt.

Anfangs lag die Zuständigkeit beim Umweltreferat, seit kurzem ist das Ordnungsreferat zuständig.

Für das Projekt stellt die Stadt jährlich einen Zuschuss von 65 000 Euro bereit. Ordnungsreferent Dirk Wurm regte in der jüngsten Sitzung des Ordnungsausschusses an, den Zuschuss mit Blick auf den Haushalt 2020 auf 85 000 Euro zu erhöhen.
Der Ordnungsausschuss will nun zudem Orte zusammentragen, an denen noch Taubenschläge eingerichtet werden könnten. (jaf)
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