Gut aufgestellt für die Zukunft? Die Bilanz der Stadtsparkasse Augsburg

Der Vorstand der Stadtsparkasse Augsburg (von links): Walter Eschle, Rolf Settelmeier und Cornelia Kollmer sind zufrieden mit dem Ergebnis für 2018. Foto: Markus Höck


Zufrieden, obwohl der Gewinn nach Steuern mit 27 Millionen Euro um rund zehn Millionen Euro geringer ausfällt, als im Vorjahr: Die Stadtsparkasse Augsburg hat jetzt ihre Jahresbilanz für 2018 vorgestellt - und verzeichnet in fast allen Bereichen positive Entwicklungen.

Nur ausgerechnet im Zinsüberschuss, der Haupteinnahmequelle der Sparkasse, muss das Kreditinstitut weitere Einbrüche hinnehmen - geschuldet der andauernden Niedrigzinsphase. Statt der 114,7 Millionen Euro aus 2017 stehen für 2018 an dieser Position nur noch 103,5 Millionen Euro. Das habe auch ein leicht gestiegener Provisionsüberschuss nicht mehr ausgleichen können, stellte Vorstandsvorsitzender Rolf Settelmeier fest.

Erstmals knackte die Stadtsparkasse in der Bilanzsumme die Sechs-Milliarden-Euro-Marke. "Wir haben uns weiterentwickelt, positiv weiterentwickelt", fasste Settelmeier das Jahr 2018 zusammen. Konkret konnte die Sparkasse ihren Verwaltungsaufwand weiter senken und auch die Reduzierung der Mitarbeiter durch Fluktuation zeigt in den Personalkosten weiter Wirkung. Ob 2019 dann schon weniger als 1000 Beschäftigte für die Stadtsparkasse tätig sein werden, konnte Settelmeier nicht beantworten.

Für 2018 weist die Bilanz 1023 Mitarbeiter aus, 2017 waren es noch 1066. Stabilität versprach Settelmeier für die Anzahl der Standorte. Diese liegt aktuell bei 58, verteilt auf Augsburg und Friedberg. Lediglich in Lechhausen steht noch der Zusammenschluss von zwei Filialen aus, der aber schon länger geplant und bekannt ist, es fehlte bisher nur die Zeit zur Umsetzung. "Wir sind ein regionales Kreditinstitut und werden das auch bleiben", versicherte Settelmeier.

4,8 Milliarden Euro Kundeneinlagen

Diese Regionalität schätzen offenbar die Kunden der Sparkasse. Die Kundeneinlagen nahmen um 3,9 Prozent (179 Millionen Euro) zu und lagen bei insgesamt 4,8 Milliarden Euro. Vorstandsmitglied Cornelia Kollmer sieht darin einen "sehr erfreulichen Vertrauensbeweis in der schon so lange anhaltenden Tiefzinsphase". Sorge bereitet ihr allerdings die Zurückhaltung der Kunden, was die Anlage in Wertpapieren und Investmentfonds angeht. "Es ist ein Trugschluss, in der näheren Zukunft höhere Zinsen zu erwarten", warnt sie vor der Realzinsfalle, einem Wertverlust bei anhaltend niedrigen Zinsen und gleichzeitiger Inflation.

Zufrieden mit seinem Zuständigkeitsbereich kann auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Walter Eschle sein. Ihren Kunden konnte die Stadtsparkasse Augsburg im vergangenen Jahr neue Darlehen in Höhe von über 800 Millionen Euro zusagen, das ist ein neuer Rekordwert. Unternehmen und Selbstständige trugen mit 475 Millionen Euro zu dieser großen Nachfrage bei.

Ein wichtiges Thema im vergangenen Jahr war für die Stadtsparkasse die Digitalisierung ihrer Angebote. Im Dezember 2018 ging dazu die Impulswerkstatt im 6. Stock der Hauptstelle an den Start. Kunden und Nichtkunden können dort aktuelle digitale Angebote in lebensnahen Situationen testen und anwenden - etwa das mobile Bezahlen mit dem Smartphone. Seit Sommer 2018 sind die Sparkassen-Card (girocard) und die Sparkassen-Kreditkarte (Mastercard) in Smartphones verfügbar, die damit quasi zu digitalen Geldbörsen werden. Bisher ist das allerdings nur für Android-Geräte verfügbar, iPhones sollen noch 2019 folgen.

"Auch wenn die Vorhersagen eine eingetrübte konjunkturelle Entwicklung befürchten lassen, blicken wir doch optimistisch in die Zukunft. Wir sind gut aufgestellt", wagt Settelmeier eine Prognose. 
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