Hebauf im Elefantenhaus - Geschätzte Baukosten werden um acht bis zehn Prozent überschritten

Die geschätzten Baukosten für das Elefantenhaus werden um acht bis zehn Prozent überschritten.
 
Neben dem bisherigen Elefantenhaus, gegenüber vom Afrika-Panorama, auf dem sich die Nashörner an der Wintersonne erfreuen, entsteht das neue Gebäude. Bis Weihnachten soll es fertig sein.

Targa hat schon einiges erlebt, in ihren 64 Elefantenjahren. Wobei so genau niemand weiß, wie alt sie wirklich ist, meint die Augsburger Zoodirektorin Barbara Jantschke. 1954 oder 1955 wurde sie in Assam, Indien, geboren. Sie war noch ein sogenannter "Wildfang". 1961 kam sie in den Zoo Osnabrück, von dort aus dann, 1987, in die Fuggerstadt. Jetzt steht der alten Dame noch ein Umzug bevor: Zu Weihnachten werden sie und die andere asiatische Elefantenkuh, Burma, in das neue Elefantenhaus ziehen, für das man gestern Hebauf feierte.

Helmut Schuler, Vizevorsitzender des Freundeskreises des Zoos, zeigt sich begeistert. 750 000 Euro wollte der Kreis für den Neubau beisteuern, doch die Spendenbereitschaft der Leute ist hoch, und so kamen bereits 800 000 Euro zusammen. Zwei Millionen kommen von der Stadt, berichtet Oberbürgermeister Kurt Gribl. Man habe ja gehofft, EU-Fördermittel generieren zu können, doch leider ging auf dieser Schiene nichts. Die Stadt unterstützt den Zoo - er ist eine Tochtergesellschaft - jährlich mit lediglich einer Million Euro. 80 Prozent seiner Betriebskosten muss der Zoo selbst erwirtschaften. Da freut man sich über jeden einzelnen der rund 675 000 Besucher, die man im vergangenen Jahr zählte. Übrigens ein neuer Rekord. Er ist nicht zuletzt den Giraffen zu verdanken, die nach einer längeren Pause nun wieder in Augsburg zu sehen sind. Auch sie gelten, wie Elefanten und Nashörner, als Besuchermagneten, ohne die ein Zoo kaum existieren könnte.

Insgesamt wird das neue Elefantenhaus sechs Millionen Euro kosten. 500 000 Euro bringt der Zoo selber auf. "Sechs Millionen? So viel?" Manche, sagt Barbara Jantschke, würden sich über diese Summe vielleicht wundern. Doch immerhin soll das Gebäude - es ist das größte Projekt, das der Augsburger Zoo jemals realisiert hat - einmal vier Tieren Platz bieten. Es wird modernsten Anforderungen genügen, etwa außen und innen Badebecken haben. Die Außenanlagen umfassen 6500 Quadratmeter und sind damit vier bis fünfmal so groß wie die bisherigen. Innen haben die Elefanten neben ihren Boxen 700 Quadratmeter Laufstall zur Verfügung. Gehalten werden Burma und Co. auf Sandboden. "Der ist am besten für ihre Füße", weiß die Direktorin.

Früher wurden im Augsburger Zoo auch afrikanische Elefanten gezeigt. Ute starb 1992, Zambi kam 1994 nach einem Angriff auf einen Pfleger in einen Zoo in Spanien. Sabi und Franzi mussten 2011 ausziehen, nachdem Sabi einen Pfleger schwer verletzt hatte. Die beiden Dickhäuter wurden daraufhin an einen Tierpark in den Niederlanden abgegeben. Targa und Burma blieben allein zurück. Woher genau Burma stammt, ist nicht bekannt. Sie kam 1975 im Alter von vier bis sechs Jahren nach Europa und über den Zirkus Knie 1986 nach Augsburg,

Das neue Haus wird nicht nur den aktuellen Anforderungen an den Artenschutz genügen, auch die Tierpfleger sollen besser gesichert werden. Sie werden keinen direkten Kontakt mehr zu den Elefanten haben. Das, meint Jantschke, werde auch noch einmal eine ganz schöne Umstellung für die beiden alten Damen, denn Targa und Burma kuscheln gerne. Afrikanische Elefanten werden in Augsburg keine Heimat mehr finden, man bleibt bei den asiatischen.

Das Haus beinhaltet auch ein Umweltbildungszentrum, das sei wichtig in der heutigen Zeit. Mit Ausstellungen und Workshops will man Kinder und Jugendliche genauso erreichen wie Erwachsene. 
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