Höhmannhaus: Hätte eine Stiftung den Ärger vermieden?

Das Höhmannhaus steht im Mittelpunkt einer Diskussion um Mieten.

Das Höhmannhaus in der Augsburger Maximilianstraße steht derzeit im Mittelpunkt einer Miet-Debatte. Seit 2004 ist das Gebäude im Besitz der Städtischen Kunstsammlungen. Deren Leiter – und damit auch Vermieter der Wohnungen im Höhmannhaus – lebt zugleich selbst seit zwölf Jahren als Mieter in einer dieser Wohnungen (wir berichteten).

Pro Quadratmeter bezahlt er nur vier Euro. Ein 285 Seiten umfassendes Gutachten bescheinigt, dass der Stadt durch die Miete weit unter Durchschnittsniveau ein „Schaden in nicht unerheblicher Höhe“ entstanden sein könnte. Mittlerweile läuft ein Disziplinarverfahren. Wie nun bekannt wurde, wollten die Kunstsammlungen allerdings bereits 2011 eine Stiftung gründen und die Verwaltung des Hauses abgeben. Dies hatte das Wirtschaftsreferat aber abgelehnt.

Ruth Höhmann hatte das Haus der Stadt vermacht und in ihrem Testament festgelegt, dass die Finanzen getrennt vom deren restlichem Vermögen geführt werden sollen. So gibt es im Haushaltsplan einen eigenen Abschnitt für das Haus. Derzeit liegen die Einnahmen bei 91 600 Euro, die Ausgaben für Wartungen, Grundbesitzabgaben, Versicherungen sowie Rücklagen für mögliche notwendige Sanierungen belaufen sich auf 74 500 Euro.

Die Kämmerei unter dem damaligen Wirtschaftsreferenten Hermann Weber entschied 2011, dass die Gründung einer Stiftung nicht notwendig sei. Es reiche aus, den Nachlass getrennt als Sondervermögen zu führen. Durch eine externe Verwaltung allerdings wäre der Kunstsammlungschef nicht in die Lage gekommen, gleichzeitig Vermieter und Mieter zu sein. Weber, der mittlerweile Stadtdirektor ist, ist damit nun auch an dem Disziplinarverfahren beteiligt.
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