Idlib: Millionen Menschen brauchen Schutz

Idlib, im Nordwesten Syriens nahe der Grenze zur Türkei, ist die letzte nennenswerte Bastion der bewaffneten Oppositionsgruppen in Syrien.

Seit Januar 2018 haben syrische Regierungstruppen mehrfach rechtswidrige Luft- und Bodenangriffe durchgeführt, so zum Beispiel einen Chemiewaffenangriff auf die Stadt Sarakeb am 5. Februar 2018, bei dem mindestens sechs Personen getötet und elf schwer verletzt wurden. Darüber hinaus sind Hunderte Zivilpersonen in der Region infolge von Autobomben und Kämpfen zwischen bewaffneten Oppositionsgruppen getötet worden. Bei Bombardements mit Fassbomben und Streumunition durch die syrische Regierung starben zwischen dem 7. und 10. September im Süden von Idlib 14 Zivilpersonen.

2,5 Millionen Zivilpersonen in Idlib
700.000 Binnenvertriebene
Mehr als 13 Lager für Binnenvertriebene

Seit 2011 sind 700.000 Menschen nach Idlib geflohen, um der Gewalt in anderen syrischen Landesteilen zu entkommen oder weil sie im Rahmen von Evakuierungsvereinbarungen zwischen der syrischen Regierung und den bewaffneten Oppositionsgruppen vertrieben wurden, u. a. aus Homs, Aleppo, Ost-Ghuta und Darʿā. In der Folge ist die Bevölkerung von Idlib auf 2,5 Millionen Menschen angewachsen. Viele Binnenvertriebene leben in Lagern und sind abhängig von Hilfslieferungen aus der Türkei. Nachdem die Provinz von der bewaffneten Oppositionsgruppe Haiʾat Tahrir al-Scham eingenommen wurde, schloss die Türkei im Juli 2017 ihre Grenze zu Idlib, was zur vorübergehenden Aussetzung der humanitären Hilfe führte, wodurch sich die Lage weiter zuspitzte.

Seit April benötigen mehr als zwei Millionen Menschen in Idlib humanitäre Hilfe, da sie keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser und Gesundheitsversorgung haben. Insbesondere der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist aufgrund der anhaltenden Luft- und Bodenangriffe auf Krankenhäuser und wegen begrenzter medizinischer Ressourcen äußerst eingeschränkt.


Menschenrechtsverletzungen
Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen, unter denen die Zivilbevölkerung leidet
Syrische und russische Luftangriffe auf zivile Stadtbezirke und Krankenhäuser – auch mit Streumunition
Fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung und Nahrung
Entführung von Zivilpersonen durch bewaffnete Gruppen


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