Immer schön freundlich bleiben: Augsburg startet Kampagne für sicheres Miteinander im öffentlichen Raum

#BitteDanke: Unter diesem Motte wollen sich Stadt, Stadtjugendring und Polizei für ein partnerschaftliches und sicheres Miteinander im öffentlichen Raum einsetzen - insbesondere auf dem Rathausplatz. Foto: Ruth Plössel, Stadt Augsburg

Der Rathausplatz, seit vergangenem Jahr offiziell zum "Sommerwohnzimmer" und zur "guten Stube" Augsburgs erklärt, ist offenbar noch immer Schauplatz mannigfaltiger Konflikte. Nur so erklärt sich, dass die Stadt erneut eine Kampagne auflegt "für ein gutes und sicheres Miteinander im öffentlichen Raum", insbesondere vor dem Rathaus.

Es ist in der wärmeren Jahreszeit ein gewohntes Bild: Größere und kleinere Gruppen meist jugendlicher Innenstadtbesucher hocken auf dem Rathausplatz am Boden, hören Musik, trinken Alkohol, genießen die Atmosphäre. Doch zwei Begleiterscheinungen nerven nicht nur die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. Da ist zunächst der übermäßige Alkoholkonsum - mit allen Begleit- oder besser: Ausfallerscheinungen. Verstärkt werden der Ordnungsdienst und auch die Polizei, teils gemeinsam, hier Streife laufen und "freundlich, aber bestimmt auf Fehlverhalten hinweisen", erklärt Ordnungsreferent Dirk Wurm. Neu ist das zweiköpfige Innenstadt-Team des städtischen Ordnungsdienstes, das von Montag bis Samstag immer ab 15 Uhr auf den zentralen Plätzen und Grünflächen der Stadt unterwegs ist. Alkoholkonsum werde weiter in geringen Mengen toleriert. Aber bei harten Alkoholika oder großen Mengen Alkohol schreite der Ordnungsdienst ein. Gleiches gilt für zu laute Musik. Während die Beschallung aus dem Smartphone hingenommen werde, so ist laut Wurm beim Einsatz von Verstärkern Schluss. Schlimmstenfalls können Verfehlungen auch mit einem Bußgeld geahndet werden. Im Falle der verstärkten Musik können das 55 Euro sein, wie Wurm aufklärt und hinzufügt: "Das ist ein bundesweit einheitlicher Bußgeldkatalog."

Damit sich alle mit den Benimmregeln vertraut machen können, gibt die Stadt eine Art Gebrauchsanweisung heraus und erklärt, in Deutsch und Englisch, wie man sich auf den öffentlichen Plätzen Augsburgs aufzuführen hat. Auch hier soll der Ton höflich sein, schließlich steht die begleitende Kommunikationskampagne unter dem Motto "#BitteDanke". Die Broschüre wird ab April verteilt.

Der Stadtjugendring (SJR) leistet einen eigenen Beitrag zum Maßnahmenpaket. Sogenannte Platzpaten, Ehrenamtliche aus der Gruppe der Rathausplatzbenutzer, sollen ebenfalls ein Auge darauf haben, dass alle pfleglich mit der "guten Stube" umgehen. "Es gibt aktuell zehn junge Menschen, die sich schulen lassen wollen", berichtet SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske. Denn bevor die Paten loslegen dürfen, werden sie in Workshops auf den Umgang "auf Augenhöhe" mit anderen auf dem Rathausplatz vorbereitet.

"Ab Mai gehen sie dann aktiv gegen Vandalismus und Vermüllung vor, indem sie die Gruppen auf diese Miss-Verhaltensformen aufmerksam machen und sie für ein besseres Benehmen im öffentlichen Raum sensibilisieren", lautet die Strategie der Stadt und des SJR. Greift die Aktion nicht im gewünschten Maße, dann kämen auch wieder Streetworker zum Einsatz wie im vergangenen Jahr, ergänzt Jesske.

Dabei ist der Rathausplatz sicher nicht die schwierigste öffentliche Fläche in der Innenstadt. "Das problematischere Klientel ist am Königsplatz", hält Jesske fest. Hier hat die Augsburger Polizei vor, mittels Kameraüberwachung die Situation zu verändern. Was Jesske von dieser Maßnahme hält, bleibt sein Geheimnis. Das müsse die Polizei schon selber wissen, ob die Kameras sinnvoll seien. 
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