In Augsburg verdienen Frauen 24 Prozent weniger als Männer

Viel Arbeit, wenig Verdienst: In Augsburg verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, deutlich weniger als Männer. (Foto: langstrup, 123rf.com)

In Augsburg verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 24 Prozent weniger als Männer. Das berichtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Vorfeld des Internationalen Frauentags am Freitag. Sie verweist hierbei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle in Augsburg auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3.994 Euro pro Monat – Frauen hingegen nur auf 3.047 Euro.

In Bayern beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 17 Prozent (Männer: 3.556 Euro, Frauen: 2.968 Euro). Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, so die NGG Schwaben. Gewerkschafter Tim Lubecki spricht von einer „Diskriminierung per Lohnzettel“.

Hinzu kommt: Nach Angaben der Arbeitsagentur sind aktuell 73 Prozent aller Teilzeitstellen in Augsburg von Frauen besetzt. „Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass Frauen nur eine halbe Stelle haben – oder noch weniger“, kritisiert Lubecki. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur in der Stadt 3.980 Minijobber. 2.320 von ihnen sind Frauen.

Die Folgen seien spätestens im Rentenalter „dramatisch“, so die NGG. „Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss“, betont Lubecki. Am Ende zahlten Steuerzahler die Quittung für die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Damit müsse Schluss sein. „Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen, sollten mit Konsequenzen rechnen", fordert der Gewerkschafter. (pm)
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