Jetzt wird die Brechtbühne abgebrochen

Die Zuschauertribüne der Brechtbühne wird wiederverwendet. Foto: Nikolas Hagele


Die Nutzungsdauer war noch nicht abgelaufen: Weil die Brechtbühne hinter dem Theater, die derzeit abgerissen wird, mit 1,82 Millionen Euro vom Freistaat gefördert worden war, müsste die Stadt eigentlich einen Teil der Zuschüsse zurückzahlen. Weil jedoch Teile der Bühne wiederverwendet werden, steht noch nicht fest, wie viel.

Für die Brechtbühne an der Kasernstraße ist der letzte Vorhang gefallen. Innerhalb von zwei Monaten wird der Container abgerissen. Manche Einrichtungsteile können wiederverwertet werden. Diese werden für das Schauspiel im Ofenhaus auf dem Gaswerkgelände, der zweiten Interimsspielstätte des Theaters nach dem Martini-Park, gebraucht. Unter anderem wird die komplette Zuschauertribüne auf die schmaleren Maße des Ofenhauses angepasst und wieder eingebaut. Ebenso wird mit der Obermaschinerie samt fahrbarer Brücke verfahren. Auch die Ton- und Medientechnik samt Bühnenbeleuchtung, Bühnenböden und Schließanlage wird aus der Brechtbühne abtransportiert und im Ofenhaus neu installiert. Schließlich muss die Klimatechnik noch mit einem Kran vom Dach geholt werden, bevor sie auf dem Anbaudach des Ofenhauses landet.

Zurück bleiben allerdings die stilisierte rote Vorhang-Fassade der Brechtbühne und die Fassadenhülle samt Restgebäude. Die Wiederverwendung wäre unwirtschaftlich. Deshalb wird alles abgerissen. Danach haben die Archäologen das Sagen. Experten vermuten dort aufgrund des Verlaufs einer Römerstraße in unmittelbarer Nähe größere Funde. Im Rahmen der archäologischen Ausgrabungen werden auch die Duktilpfähle, auf denen die Brechtbühne steht, Schritt für Schritt freigelegt und gekürzt. (pm)
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