Kitas, Bürgerbüros, Klinikum: So lief der Streiktag in Augsburg

Die Augsburger Demonstranten zogen durch die Münchner Innenstadt. (Foto: Stefan Jagel)

In Reih und Glied standen graue, gelbe und grüne Tonnen am Dienstag zahlreichen Augsburgern auf dem Weg zur Arbeit Spalier. An einigen besonders prall gefüllten Exemplaren standen vor lauter Inhalt die Deckel offen. Als würden sie davon erzählen, dass an diesem Tag in Augsburg nicht alles wie an einem normalen Werktag lief.

Die Abfallbehälter dienten als stumme Zeugen und gleichzeitig als offensichtlichster Beleg für den Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte - die Müllabfuhr war einer der bestreikten Betriebe. Generell waren Angestellte im öffentlichen Dienst dazu angehalten, die Arbeit ruhen zu lassen. Beschäftigte der Energiesparten der Stadtwerke etwa oder die Mitarbeiter in den Bürgerbüros. 90 Prozent der Mitarbeiter im Servicebereich sind Angestellte, keine Beamte. Daher beschränkten sich die Behörden auf die Bereiche Ausländer und Ordnung, die von Beamten besetzt sind. Zwölf Kindertagesstätten machten erst gar nicht auf. Einige weitere liefen im Notbetrieb. Zudem standen Badegäste am Spickelbad vor verschlossenen Türen. Die Sportanlage Süd stand ebenso nicht zur Verfügung.

Unter den rund 900 Augsburger Teilnehmern an einer Großkundgebung auf dem Münchner Marienplatz waren auch Pflegebeschäftigte des Klinikums. Im Großkrankenhaus mussten deshalb Eingriffe abgesagt werden.

Hintergrund der Streiks ist, dass für den öffentlichen Dienst am 15. und 16. April weitere Tarifverhandlungsrunden anstehen. Das Pflegepersonal fordert generelle Verbesserungen in seinem Berufsstand, unter anderem in puncto Lohn und Arbeitszeit. "Ich bin reich - an Überstunden", war etwa auf einem knallgelben Plakat einer Demonstrantin zu lesen.

Das Dreierlei voller Mülltonnen wird im Übrigen noch bis Freitag die Straßen zieren. Das ist der designierte Ersatztermin, an dem die Müllabfuhr die Behälter leert. (lib)
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