„Kitas sind in der Regel sichere Orte für Kinder“

Caritas-Referat für Kindertageseinrichtungen: Meldungen zu psychischer Gewalt zu undifferenziert – „Wir dürfen ErzieherInnen nicht schlecht reden!“

Augsburg, 10.10.2019 (pca). „Kindertagesstätten müssen sichere Orte für Kinder sein, und sie sind es in der Regel auch.“ Das unterstreicht Mechtild Teuber. Sie verantwortet als Referatsleiterin für den Augsburger Diözesan-Caritasverband die pädagogische Beratung der 440 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Augsburg mit über 35.000 Kindern. Anlass ihrer Stellungnahme ist die Meldung, wonach psychische Gewalt an Kindern in Bayerns Kindertageseinrichtungen keine Seltenheit sei. „Das ist viel zu undifferenziert. Wir dürfen die Erzieherinnen und Erzieher nicht schlecht reden. Die meisten von ihnen sind professionelle Pädagoginnen und Pädagogen. Wir wissen, dass sie täglich für die Kinder und deren Familien und damit auch für unsere Zukunft sehr gute Arbeit leisten.“

Teuber weiß davon, dass psychische Gewalt auch in katholischen Kindertageseinrichtungen vorkommen kann. „Aber was heißt psychische Gewalt?“ Sie setzt – wie ihre Kolleginnen und ihr Kollege im Referat Kindertageseinrichtungen des Diözesan-Caritasverbandes auch – hierbei einen sehr hohen Maßstab an. „Wir dulden es nicht, wenn eine Erzieherin zu einem Kind „Du Depp“ oder in einem kalten Ton „Schleich Dich“ sagt. „Das darf es nicht geben“, betont Teuber. Für sie beginnt nämlich das Fehlverhalten schon bei diesen kurzen Bemerkungen. „Das sind verbale Entgleisungen von Erwachsenen, die für die Kinder Vorbild sein sollten.“

„Die Kinder sind uns anvertraut“, unterstreicht Teuber. „Unsere Aufgabe ist es, sie stark für ihr Leben zu machen.“ Die katholischen Kindertageseinrichtungen verfolgen deshalb das Prinzip der Partizipation. D.h. die Kinder werden gehört und in Entscheidungen mit eingebunden. „Wer sich in seinem Denken und Tun ernst genommen erfährt, der fasst auch Zutrauen zu sich selbst und wächst an innerer Stärke“, erklärt Teuber das Prinzip. Sie begrüßt deshalb auch die Forderung des Deutschen Caritasverbandes, dass eine Verschärfung der bestehenden Schutzvorschriften ins Gesetz aufgenommen wird und künftig diese Vorschriften durch entsprechende Stellen aktiv überprüft werden.

Teuber und ihr Mitarbeiterteam haben das entsprechende Fachwissen und geben ihr Wissen in den Einrichtungen weiter. Derzeit werden auch im Bistum Augsburg Präventionsschulungen in jeder Kindertageseinrichtung durchgeführt. Daran müssen alle weit über 8.000 Erzieherinnen in den katholischen Kindertageseinrichtungen teilnehmen. Dabei geht es auch um sprachliche und psychische Gewalt sowie Übergriffe.

Ein wesentliches Element der Prävention ist für Teuber die Achtsamkeit der Eltern, aber auch der ErzieherInnen für die Kinder. Da Kinder sich in solchen Fällen nicht immer verbal äußern, zeigt sich eine entsprechende psychische Belastung auch in Verhaltensveränderungen der Kinder. „Und dazu braucht es eine Sensibilität des Personals und ein offenes Miteinander zwischen Eltern und Pädagogen.“
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