Knackpunkt Kreuzung: Sechs Spuren auf der Ackermann-Straße für die Linie 5?

Die Bauarbeiten für den Tunnel unter dem Hauptbahnhof, durch den dereinst auch die Linie 5 fahren soll, schreiten ungeachtet der Verzögerung in Sachen Straßenbahn voran. Sobald die Unterführung fertig ist, können die Trams unterirdisch eine Wendeschleife fahren. Diese wurde für die Linie 4 in die Planungen aufgenommen. Wenn die Linie 5 in Betrieb geht, wird sie mit der Linie 6 verknüpft werden, die bislang am Hauptbahnhof endet. Bis es soweit ist, wird die Sechser die Tunnel-Schleife der Linie 4 verwenden

Augsburg - Sechs Spuren könnten es künftig richten. Über die Bürgermeister-Ackermann-Straße, die bereits heute nicht selten ein Nadelöhr für den Verkehr ist, soll die Linie 5 in einigen Jahren vom Augsburger Hauptbahnhof zum Klinikum fahren. Kritiker befürchten dadurch nicht weniger als den Verkehrskollaps. Die Stadtwerke sehen das Problem in erster Linie an einer Kreuzung - und prüfen nun, ob die Abbiegespuren zu eigenen Fahrbahnen ausgebaut werden können.

Das kostet freilich Zeit. Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bekomme man "nach heutigem Stand nicht mehr in diesem Jahr" zusammen, erklärt Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg auf Nachfrage. Das Kommunalunternehmen ist Bauherr des Verkehrsprojekts. Die Pläne, die der Regierung von Schwaben zur Genehmigung vorgelegt werden müssen, hätten ursprünglich eigentlich 2016 zur Prüfung eingereicht werden sollen. Ein Projekt dieser Größe sei jedoch entsprechend komplex, die Trassenführung "ziemlich verzwickt", begründet Fergg. "Wir wollen eine Lösung im Sinne aller Beteiligten finden", sagt er.

Geplant ist, die Tram in der Mitte der Fahrbahn der Bürgermeister-Ackermann-Straße auf einer eigenen Gleistrasse fahren zu lassen. Sie soll den künftigen Tunnel unter dem Hauptbahnhof, nach einem Abstecher durch das Thelottviertel und die Holzbachstraße, mit dem ebenfalls künftigen Uniklinikum verbinden.

Eng geht es bereits heute oftmals auf der Ackermann-Straße zu, einer mit mehr als 40.000 Fahrzeugen am Tag am stärksten belasteten Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Gleise in der Mitte der mehrspurigen Verkehrsader werden womöglich nicht gerade dazu beitragen, die Situation zu entschärfen. Jürgen Fergg sieht das anders: "Wenn Sie so eine Straße umbauen, dann müssen Sie das so planen, dass sie leistungsfähig ist." Die Situation solle sich verbessern, so das Ziel. Knackpunkte seien die Kreuzungen - beziehungsweise eine bestimmte Kreuzung; denn während die Abzweigung zur B 17 aus Sicht der Stadtwerke wenig Probleme macht, wird es an der Kreuzung mit der Kriegshaberstraße und der Hagenmähderstraße im wahrsten Sinne des Wortes "eng", bestätigt Fergg.

Mehrere Varianten wurden durchgerechnet. Ein sechsspuriger Ausbau an dieser Stelle könnte helfen. Die Abbiegespuren könnten als dritte Fahrbahn weitergeführt werden. Entschieden ist jedoch noch nichts.

Kritisch gesehen werden die Planungen zur Linie 5 seit jeher in Stadtbergen. Auch mit der Nachbarstadt sei man im Austausch, sagt Fergg. Nun gelte es, die Berechnung auf Grundlage der Verkehrsmodelle abzuwarten.

Für die Uniklinik "brauchen wir eine ordentliche Anbindung"

Ohne die Linie 5 gehe es aber nicht, betont der Stadtwerkesprecher. Für die Uniklinik "brauchen wir eine ordentliche Anbindung". Die Erschließung mit der Tramlinie 2 und dem 32er-Bus gilt als nicht ausreichend.

Mit dem zuletzt vorgelegten Zeitplan und den erneuten Verzögerungen ist aber klar, dass die neue Straßenbahn nicht rechtzeitig zur Fertigstellung der Untertunnelung unter dem Hauptbahnhof fahren wird. Ab 2023 kann daher zunächst nur die Linie 3 nach Stadtbergen den neuen Tunnel nutzen. Sobald die Unterführung fertig ist, können die Trams allerdings auch unterirdisch eine Wendeschleife fahren. Diese wurde für die Linie 4 in die Planungen aufgenommen.

Wenn die Straßenbahn 5 in Betrieb geht, wird sie mit der Linie 6 verknüpft werden, die bislang am Hauptbahnhof endet. Bis die Verknüpfung kommt, wird die Linie 6 die Tunnel-Schleife der Linie 4 verwenden.
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