Kommentar: Eva Weber fehlt das eigene Profil

Eva Weber möchte Oberbürgermeisterin von Augsburg werden. (Foto: Markus Höck)


Kurz nachdem Eva Weber von Kurt Gribl als seine Nachfolgerin empfohlen worden war, vollzog sie beim Thema Tarifreform ein Wendemanöver. Plötzlich stellte sie "dringenden Änderungsbedarf" fest. Noch Anfang des Jahres hatte Weber die Kritik der Augsburger an der Tarifreform an sich abperlen lassen. Drei Monate später, so scheint es, hat sie ein Ohr für die Bürger.

Ein durchschaubares Wendemanöver, das deutlich macht: Der Wahlkampf ist eröffnet. Zudem offenbart Webers Offensive, dass sie die Trümpfe, die ihr ihre Position beschert, ausspielen wird. Sie kann als zweite Bürgermeisterin den Augsburgern schon jetzt "Geschenke" machen. Unterstützung wird sie hier nicht nur von der Augsburger CSU erfahren, die sie komplett hinter sich weiß.

Auch der bayerische Ministerpräsident wird sich im Wahlkampf wahrscheinlich öfter hier blicken lassen. Schließlich soll die 41-jährige Weber ihm dabei helfen, das von ihm gegebene Versprechen, die CSU "jünger und weiblicher" zu machen, zu erfüllen. Weber wiederum wird darauf bauen können, dass Söder sie unterstützen wird .

Sollten aber weniger schöne Themen auf der Tagesordnung stehen, dann kann der OB wieder übernehmen.

Eine "gmahde Wiesn" für Eva Weber könnte man meinen.

Nein. Denn bislang fehlt ihr noch das eigene Profil. In den vergangenen Jahren war sie zwar oft in den Medien zu sehen, wahrgenommen wurde sie aber als "dauerlächelnd", im Schlepptau und Schatten des übergroßen amtierenden Oberbürgermeisters. Weber ist außerordentlich aktiv in den sozialen Netzwerken. Dennoch blieb sie überraschend farblos in den vergangenen Jahren.

Im Wahlkampf wird die Empfehlung von OB Gribl nicht ausreichend sein, um ihm nachzufolgen. Eva Weber muss ein eigenes, klares Profil entwickeln, mit dem sie sich deutlich auch gegen Gribl abhebt. Zudem sollte Weber vorsichtig sein mit durchschaubaren Wendemanövern. Zu plump könnten diese auf die Wähler wirken.
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