Kommentar: Mehr als berechtigte Kritik an AfD-Fraktion

In der jüngsten Sitzung des Bezirkstags übte Bezirkstagspräsident Martin Sailer deutliche Kritik an der AfD-Fraktion. (Foto: Marianne Stenglein)
Bezirkstagspräsident Martin Sailer hat vollkommen recht mit seiner deutlichen Kritik an der AfD-Fraktion, denn jene Waffen-SS, für die AfD-Bezirksrat Thomas Wagenseil da Sympathie bekundet, war vor allem eine Mörderbande aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, ein Teil der Vernichtungsmaschinerie der Nazis.

Historiker sind sich einig, dass von nahezu allen Einheiten der Waffen-SS in den überfallenen und besetzten Ländern Kriegsverbrechen – vor allem an der Zivilbevölkerung – begangen wurden. Diese Verbrechen kann man nicht von den rein militärischen Erfolgen trennen. Wer das versucht, der muss kritisiert werden.

Wenn Wagenseil seinen eigenen Blick auf die Geschichte mit dem Verweis auf die Meinungsfreiheit verteidigt, muss unsere demokratische Gesellschaft das aushalten. Und sie tut es ein ums andere Mal, denn zweifelhafte Aussagen über die Zeit des Nationalsozialismus hört man von diversen AfD-Mitgliedern ja regelmäßig.

Es sei den AfD-Politikern aber gesagt, dass auch Kritik an ihrer Meinung unter die Meinungsfreiheit fällt. Zumal das ständige Gejammere der AfD, man würde ja nichts mehr sagen dürfen, System hat. Tatsächlich darf man sehr vieles sagen – selbst Unfundiertes und Fragwürdiges über eine verbrecherische Organisation wie die Waffen-SS. Gut, dass Bezirkstagspräsident Sailer deutliche Worte dagegen gefunden hat.
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