Kommentar zu AVV-Anpassungen: Drei Änderungen sind nicht genug

Vor allem für Gelegenheitsfahrer ist der Nahverkehr in Augsburg und der Region zu teuer. (Foto: Janina Funk)
Dass die Politik bei der AVV-Reform nachbessert, ist gut. Doch die Änderungen fallen zu gering aus. Denn durch die Tarifreform im vergangenen Jahr ist der Nahverkehr für alle Nicht-Abonnenten vor allem eines geworden: teurer.

Die drei jetzt geplanten Anpassungen ändern nichts daran, dass Gelegenheitsfahrer weiter hinterherfahren. Die Kurzstrecke ist vielerorts immer noch zu kurz, der Preis von 1,50 Euro zu hoch. Zumal wer mit Bus oder Tram wo hinfährt, auch meist wieder zurück möchte. Und schon ist man bei insgesamt drei Euro, für nur vier Haltestellen. Da kann man es niemandem verübeln, wenn er lieber ins eigene Auto steigt.

Dass die Kurzstrecke in einzelnen Stadtteilen verlängert werden soll, ist positiv für die dortigen Bewohner, trägt jedoch insgesamt zu noch mehr Unübersichtlichkeit bei. Und gerecht sind unterschiedlich lange Kurzstrecken auch nicht.

Was die Zonen-Aufteilung angeht, geht es ebenfalls ungerecht zu, vor allem bei Zeitkarten: Wer beispielsweise per Tages- oder Monatskarte von Aichach nach Friedberg möchte, fährt durch drei Zonen. Da sich die Zonen aber von Augsburg aus nach außen hin aufaddieren, geht es auf der Strecke Friedberg – Aichach nur mit einem Zeit-Ticket 10 – 98. Eine Tageskarte hierfür kostet 13,80 Euro, im Innenraum zahlt man für drei Zonen 9,80 Euro. Wer von Aichach nach Augsburg möchte, kommt auch mit zwei Einzelkarten hin und zurück nicht günstiger weg.

In Zeiten, in denen man Autos aus den Innenstädten heraus halten möchte, ist das alles einfach viel zu teuer.
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Sebastian Summer aus Aystetten | 09.02.2019 | 17:24  
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