Kommentar zur Landtagswahl: Gebt Schwarz-Grün eine Chance

Johannes Hintersberger und Andreas Jäckel ziehen zwar als Direktkandidaten in den Landtag ein, sind nach dem historisch schlechten Ergebnis für die CSU aber trotzdem Wahlverlierer (linkes Bild); Stephanie Schuhknecht und ihre Grünen gehen als Gewinner aus der Landtagswahl hervor. (Foto: Kristin Deibl)
Da hilft alles Schöngerede von wegen „mit Abstand stärkste Kraft“ und „Auftrag zur Regierungsbildung“ nichts: Die CSU ist abgestraft worden für einen Kurs Richtung rechter Rand, den sie ohne Not eingeschlagen hat. In diesen Themen hat sich die CSU als großmäuliger Schreihals produziert – die Drohung mit Koalitionsbruch in Berlin kam zu oft, als dass man sie noch hätte ernst nehmen können. So haben Söder und Seehofer der Großen Koalition die Arbeit schwer gemacht – und an Glaubwürdigkeit verloren.
Durch das Schielen nach Rechts hat die CSU die Mitte aus den Augen verloren und die ist konsequent abgewandert – zu den Grünen. Die CSU sollte besser zweimal darüber nachdenken, ob Schwarz-Grün nicht doch eine Alternative für Bayern sein kann, eine Alternative, die etwas zum Besseren verändern könnte – eine Stärkung der ökologischen Landwirtschaft etwa und damit die Zukunftssicherung der kleinbäuerlich geprägten Dorflandschaft, auf die man in Bayern zu Recht stolz ist. Doch nach Veränderung sieht es nicht aus. Der CSU-Vorstand hat Söder sofort nach dem historischen Wahldebakel den Treueschwur geleistet und mit den Freien Wählern bietet sich ein Koalitionspartner an, den man wie nach 2008 die FDP die kommenden fünf Jahre unauffällig mitziehen könnte. 
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