Kostenlose City-Zone kommt ab Januar 2020

Vom Königsplatz und Moritzplatz je eine Haltestelle weiter - so funktioniert die neue City-Zone. Fährt man in die City-Zone hinein oder aus ihr heraus, um zum Ziel zu kommen, zählen die Stationen nicht mit. So kann man beispielsweise künftig von der Wertachbrücke bis zum Hauptbahnhof mit der Linie 4 mit einem Kurzstreckenticket fahren. Aber: Wer die Zone durchquert, also hinein und auf der anderen Seite wieder hinaus fährt, muss die Stationen mitzählen und kann diese nicht abziehen, um auf ein Kurzstrecken

Zwischen neun Stationen rund um den Augsburger Königsplatz können
Straßenbahn und Bus ab Januar kostenfrei genutzt werden.

Es sei nicht weniger als "ein Novum" für ganz Süddeutschland und Augsburg eine "Pilot-Stadt", auf die andere Kommunen nun schauen würden - Walter Casazza, Geschäftsführer der Augsburger Stadtwerke, ist von der neuen City-Zone überzeugt. Gemeinsam mit Augsburgs Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber stellte er am Dienstagnachmittag den Innenstadt-Nahverkehrsbereich vor, innerhalb dessen von Januar an kostenlos mit Tram und Bus gefahren werden kann. Kritiker hätten sich allerdings eine größere City-Zone gewünscht.

Die Umsonst-Zone, die die Stadt und der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) unter der Regie der Stadtwerke nun anbieten, umfasst neun Stationen rund um den Königsplatz. Wer sich innerhalb dieses Bereichs mit Bus und Straßenbahn bewegt, muss kein Fahrgeld zahlen und kein Ticket lösen.

Casazza sieht dies vor allem auch als "Werbung für den Nahverkehr". Denn: "Eingefleischte Autofahrer können damit die Vorzüge des Nahverkehrs testen." Im besten Fall seien dadurch in Zukunft weniger Autos in der Innenstadt unterwegs. "Mit der City-Zone gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Luftreinhaltung in Augsburg", ergänzte Bürgermeisterin Eva Weber. Zudem wolle man "den Parksuchverkehr verringern und die Innenstadt für Besucher attraktiver machen und den Einzelhandel stärken." 

Die Parkplatzsuche ist ein Stichwort, das auch die Kritiker der City-Zone nennen. Denn an den Haltestellen der Zonengrenze befinden sich kaum Möglichkeiten, das Auto abzustellen, um auf den ÖPNV umzusteigen. Warum nicht zumindest der Kongress am Park noch Teil des Gratis-Bereichs sein könne, fragten einige bereits im Frühjahr 2018, als die Pläne für die Zone zum ersten Mal vorgestellt wurden. An der Kongresshalle könnte - so die Pläne der Stadt - ein großes Parkhaus entstehen; Park&Ride würde sich an dieser Stelle also anbieten. Weber signalisierte in Sachen Kongress am Dienstag Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Zone. Eine mögliche Ausweitung werde in den AVV-Gremien noch diskutiert.

Sonst allerdings machten Weber und Casazza keine Hoffnungen, dass der Gratis-Bereich noch größer werden könnte. Es sei ja alles schließlich auch eine Frage des Geldes.

Insgesamt 860 000 Euro jährlich lasse sich die Stadt die City-Zone kosten, erklärte Casazza auf Nachfrage. Das Geld stammt aus dem Topf der jährlichen ÖPNV-Zuschüsse durch den Freistaat. Würde der Bereich größer, stiegen die Kosten exponentiell, sagte der Stadtwerke-Chef. Er sei überzeugt: "Wir dürfen den öffentlichen Haushalt nicht überstrapazieren. Der Nulltarif ist nicht finanzierbar."

Kommentar zur City-Zone: Gut, aber. . .

Die neue City-Zone ist prinzipiell eine gute Sache. Vor allem die Möglichkeit, vom Hauptbahnhof aus künftig umsonst in die Innenstadt zu fahren, könnte tatsächlich dazu führen, dass der ein oder andere zumindest darüber nachdenkt, das Auto zu Hause zu lassen. Doch insgesamt ist der Umfang der Zone deutlich zu klein geraten.


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