Letzte Hoffnung für Ledvance erloschen: Leuchtenhersteller lehnt Standortkonzept der Mitarbeiter ab

Die Zeit für Ledvance in Augsburg ist wohl abgelaufen. Das Unternehmen hat das Konzept, in das die Mitarbeiter und die Stadt Augsburg ihre Hoffnungen setzten, nun abgelehnt. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Die wohl letzte Hoffnung, den Ledvance-Standort an der Berliner Allee in Augsburg zu erhalten, ist am Dienstag begraben worden. Die Mitarbeiter hatten Mitte März ein Konzept vorgelegt, wie man das Werk würde erhalten können. Dieses wurde vom Leuchtenhersteller jetzt jedoch abgelehnt.

Man sehe in dem Standortkonzept „keine Ansatzpunkte, die das Werk in Augsburg weiterbringen“, bestätigte Lars Stühlen, Unternehmenssprecher von Ledvance, gegenüber unserer Zeitung. Zu inhaltlichen Details wolle sich Ledvance nicht äußern.

Von den Mitarbeitervorschlägen überzeugt war man bei der IG Metall. Ein Wirtschaftssachverständiger habe aufgezeigt, „dass man im Augsburger Werk LEDs fertigen könnte und es wirtschaftlich wie technisch sinnvoll ist“, äußert sich die IG-Metall-Beauftragte für Ledvance Angela Steinecker. Der Experte sei außerdem zu dem Schluss gekommen, dass „man den Standort Augsburg erhalten sollte“.

IG Metall: Nicht überrascht, aber „enttäuscht“ 

Steinecker betont aber auch, dass es nun einmal „eine unternehmerische Entscheidung sei“, das ehemalige Osram-Werk an der Berliner Allee zu schließen. Überrascht sei sie davon nicht, aber „enttäuscht“. Seit Bekanntwerden der Schließungspläne im November habe man mit der Ledvance-Geschäftsführung Sondierungstreffen abgehalten – vergebens.

Als „sehr enttäuschend“, empfindet Augsburgs zweite Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber, „dass trotz der langjährigen und intensiven Bemühungen von vielen Seiten, insbesondere der Beschäftigten, seitens der neuen Geschäftsleitung kein Weg aufgezeigt wurde“, jenes Engagement für die Zukunftsausrichtung von Ledvance zu nutzen. Es gehe jetzt darum, für die Betroffenen möglichst gute Regelungen zu treffen und Perspektiven zu eröffnen, was freilich zu allererst eine Angelegenheit und Aufgabe des Unternehmens und des Betriebsrates sei. „Wir gehen davon aus, dass die dafür vorgesehenen Instrumente bei Transferregelungen so angewendet werden, dass sich das Unternehmen deutlich zu seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten bekennt.“ Die Stadt Augsburg wolle diesen Prozess weiterhin begleiten.

Es gelte also, weiter zu verhandeln, sagt auch Steinecker. „Ledvance muss nun seine soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten wahrnehmen, die das Unternehmen groß gemacht haben“. 630 Stamm- und 70 Leiharbeiter, die teils seit mehreren Jahrzehnten an der Berliner Allee tätig sind. Für sie müsse nun ein entsprechender Sozialplan erstellt werden.

Für den Standort selbst hat Steinecker kaum mehr Hoffnung. Möglicherweise könne man den Werksbestand noch verlängern. An der Schließung, die bis Ende des Jahres umgesetzt werden soll, sagt Steinecker mit leiser Stimme, „wird Ledvance, denke ich, festhalten“.

Weber merkt indes an, dass nach wie vor die Möglichkeit bestehe, dass Teile des Unternehmens von Dritten fortgeführt werden könnten. Entsprechende Anfragen lägen bereits vor. (lib/jaf)
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