Lost in Transit - Gestrandet in Casablanca Marokko

Gestrandet in Casablanca, habe ich die Chance mich mit der Menschenrechtslage auseinanderzusetzen. Journalisten und Demonstrierende, die soziale Gerechtigkeit und politische Rechte forderten, wurden 2017 zu Haftstrafen verurteilt, oft nach unfairen Gerichtsverfahren. Die Justizbehörden gingen Foltervorwürfen nicht ausreichend nach. Die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen in der Vergangenheit gingen nach wie vor straffrei aus. Migranten wurden weiterhin Opfer exzessiver Gewaltanwendung und mussten mit Inhaftierung rechnen. Gerichte verhängten Todesurteile, es gab jedoch 2017 keine Hinrichtungen. Die Menschenrechtssituation ist besonders unter diesen Punkten schwierig: RECHTE AUF FREIE MEINUNGSÄUßERUNG UND VEREINIGUNGSFREIHEIT: Die Behörden behinderten mehrere Organisationen in Marokko und der Westsahara, die als regierungskritisch angesehen wurden, in ihrer Arbeit. Teilweise erhielten sie nicht die notwendige gesetzliche Registrierung, teilweise verbot man ihnen ihre Aktivitäten oder wies ausländische Gäste der Organisationen aus. Einschränkung der RECHT AUF VERSAMMLUNGSFREIHEIT, TODESSTRAFE und RECHTE VON FLÜCHTLINGEN UND MIGRANTEN wie Asylgesetzgebung sind nicht vorhanden. FOLTER UND ANDERE MISSHANDLUNGEN: Inhaftierte berichteten über Folter und andere Misshandlungen in Polizeigewahrsam in Marokko und in der Westsahara. Die Justizbehörden leiteten jedoch keine angemessenen Untersuchungen ein und zogen die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft.Die Behörden hielten mehrere Gefangene über lange Zeiträume hinweg in Isolationshaft, was den Tatbestand der Folter erfüllte. Der Gefangene Ali Aarrass befand sich bereits seit mehr als einem Jahr in Isolationshaft. STRAFLOSIGKEIT: Die Behörden unternahmen nichts, um die Empfehlungen der Gerechtigkeits- und Versöhnungskommission umzusetzen und die Straflosigkeit für schwere Menschenrechtsverletzungen wie systematische Folter, Verschwindenlassen und außergerichtliche Hinrichtungen zu beenden, die in Marokko und der Westsahara zwischen 1956 und 1999 verübt worden waren. RECHTE VON LESBEN, SCHWULEN, BISEXUELLEN, TRANSGESCHLECHTLICHEN UND INTERSEXUELLEN: Gerichte verurteilten Männer noch immer auf Grundlage von Paragraph 489 des Strafgesetzbuchs, der einvernehmliche sexuelle Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern unter Strafe stellt. POLISARIO-FLÜCHTLINGSLAGER: Personen werden nicht zur Rechenschaft gezogen, die in den 1970er und 1980er Jahren in den von ihr kontrollierten Flüchtlingslagern Menschenrechtsverstöße verübt hatten.
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