Mehr Platz für Radfahrer: Baustart für Komfortstreifen in der Maxstraße

Bis August 2019 wird der Komfortstreifen für Radfahrer in der Fahrbahn der Maximilianstraße und am Ulrichsplatz hergestellt. Foto: Stadt Augsburg

Augsburg - Die Fuggerstadt will Fahrradstadt sein. Um dieses Ziel zu erreichen, bemüht sich Augsburg um einen verstärkten Ausbau der Radwege. Die Maximilianstraße ist als nächstes an der Reihe und soll nun im Zuge der Neugestaltung durchgehende Komfortstreifen für Radfahrer erhalten.

Im April musste das durchaus ehrgeizige Ziel "Fahrradstadt" beschnitten werden. Den ursprünglichen Zusatz "2020" beschlossen die Stadträte auf Wunsch von Baureferent Gerd Merkle zu entfernen. Ursprünglich verbarg sich hinter dem Schlagwort "Fahrradstadt 2020" der Anspruch, bis zum Jahr 2020 den Anteil des Radverkehrs am gesamten innerstädtischen Verkehrsaufkommen auf 25 Prozent zu erhöhen. Im Jahr 2013 war man bei 17 Prozent, wie es aktuell aussieht, könne man nicht genau sagen, so Merkle. Erst Mitte 2019 liegen die Ergebnisse einer Befragung vor, die aktuell von der TU Dresden durchgeführt wird. Doch Merkle war schon im April im Bauausschuss zuversichtlich, dass die 25 Prozent erreicht würden. Daran wolle er sich auch vor der Kommunalwahl 2020 messen lassen.

Tatsächlich habe die Entfernung der Zeitvorgabe einen anderen Hintergrund: Für das Projekt gab es wegen des Zusatzes "2020" bisher zwei befristete Stellen im Tiefbauamt. Diese konnten jetzt unbefristet besetzt werden, was offenbar auch notwendig ist, denn laut Merkle werde die Fahrradstadt zu einer Daueraufgabe über 2020 hinaus.

Die Stadt nimmt die Herausforderung sehr ernst: Erst kürzlich wurde auf der stark befahrenen Langenmantelstraße am Plärrergelände ein Fahrstreifen in einen Radweg umgewidmet, in den Stadtteilen Oberhausen, entlang der Donauwörther Straße, und in Lechhausen, entlang der Neuburger Straße, sind vergangene Woche zwei weitere, für das Sicherheitsgefühl der Radfahrer sehr wichtige Radwegabschnitte in Betrieb gegangen. Vom endgültigen Ausbau der geplanten Radwegachsen ist Augsburg allerdings noch entfernt.

Nach dem Grundsatzbeschluss im Jahr 2012 hatte man bei der Stadt ein Wegenetz geplant, das insgesamt zehn Radwegachsen durch das Stadtgebiet vorsieht. Doch die für fünf Jahre vorgesehene Investition von acht Millionen Euro ist laut Merkle nicht in voller Höhe erfolgt. Grund: die angespannte Haushaltslage in den vergangenen Jahren.

Immerhin können sich die Radfahrer in der Innenstadt auf die Komfortstreifen an der Maximilianstraße freuen. In den Randbereichen der Fahrbahn ist geplant, in einem 1,50 Meter breiten Streifen geschnittenes Pflaster zu verlegen - so müssen Radler nicht mehr über das holprige Kopfsteinpflaster fahren, was laut Stadt Augsburg den Fahrkomfort für den Radverkehr erhöht. Echte Radwege sind dort nicht möglich. Da es sich bei der Maximilianstraße um einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich und eine Tempo 20-Zone handelt, sind nach der Straßenverkehrsordnung keine eigenständigen Radverkehrsanlagen zulässig. "Funktional unterscheidet sich der Komfortstreifen nicht von der Fahrbahn", lautet die Erklärung der Verwaltung. Im Teilbereich um den Herkulesbrunnen gibt es die Radstreifen in dieser Ausführung bereits seit 2016.

In der vergangenen Woche wurde bereits mit dem Ausbau in den Bereichen von der Hallstraße bis zum Beginn des Milchbergs und von der Wintergasse bis zum Herkulesbrunnen begonnen. Die reinen Pflasterarbeiten werden voraussichtlich diese Woche beginnen. Die Baustellenlänge wird je Straßenseite auf 100 Meter begrenzt und wandert dann im jeweiligen Abschnitt weiter. Während der Bauarbeiten sollen die Zugänge zu den Gebäuden und damit auch zu den Geschäften "mit geringen Einschränkungen" jederzeit möglich sein. Das Parken im Bereich der Baustelle ist während der Arbeiten allerdings nicht möglich.

In der Winterpause vom 21. Dezember bis voraussichtlich ab Mitte März 2019 ruhen die Arbeiten. Die Baustelle wird vollständig geräumt, so dass auch das Parken in diesem Zeitraum wieder möglich ist.

Voraussichtlich ab August 2019 sollen die Radfahrer nach Abschluss der Maßnahme die Komfortstreifen durchgängig befahren können - dank geschnittenem Pflaster ganz ohne störendes Geholper auf dem Kopfsteinpflaster. (
Von Markus Höck)
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