Merkel zu Besuch im Bierzelt: Polizei kündigt verstärkte Präsenz an

Kurze Verschnaufpause: Zwischen Plärrer und dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das Schallerzelt auf dem Augsburger Plärrergelände für einen Tag geschlossen. Foto: Kristin Deibl

Buhrufe und Pfiffe in Thorgau, Proteste in Wolgast - an so mancher Station ihrer Wahlkampftour wurde Angela Merkel in den vergangenen Tagen nicht nur mit offenen Armen empfangen. In Vorpommern und Heidelberg wurde sie gar mit Tomaten beworfen. Am Dienstagabend wird die Kanzlerin im Schallerzelt auf dem Plärrergelände erwartet. Die Polizei, das Bundeskriminalamt (BKA) und die CSU Augsburg wollen mit intensiven Kontrollen und zahlreichen Einsatzkräften Merkels Sicherheit gewährleisten. Greenpeace hat indes bereits angekündigt, ihren Auftritt in Augsburg mit einer Demonstration "kritisch zu begleiten".

Der Plärrer ist seit Sonntag vorbei, doch das Festzelt kommt am Dienstag noch einmal für eine Wahlkampfveranstaltung der CDU und CSU zum Einsatz. Die Sicherheitsauflagen sollen jedoch dabei im Vergleich zum Volksfest deutlich verstärkt werden. "Wir haben die Lage bewertet und werden mit einer erhöhten Anzahl an Beamten in Zivil und Uniform im Einsatz sein", erklärt Michael Jakob, Polizeihauptkommissar im Polizeipräsidium Schwaben Nord. Konkrete Zahlen will er jedoch aus sicherheitstechnischen Gründen nicht nennen. Die CSU Augsburg will zusätzlich 40 Ordner und neun Sicherheitskräfte einsetzen.

Grund für das Großaufgebot ist vor allem der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie wird von Rosenheim, wo sie zuvor eine Wahlkampfveranstaltung besucht, mit dem Hubschrauber nach Augsburg kommen und wird gegen 19.30 Uhr erwartet. Im Bierzelt wird sie entweder von CSU-Chef Horst Seehofer begrüßt, dessen Teilnahme an der Veranstaltung jedoch noch nicht sicher feststeht, oder vom Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl empfangen. Rund eine halbe Stunde soll die Rede der Kanzlerin dauern. Dann wird Merkel Augsburg wohl bereits wieder verlassen. Einlass ins Schallerzelt ist bereits um 18 Uhr, ab 18.30 Uhr ist ein Programm mit dem Kolping-Blasorchester geplant. Außerdem wollen sich die Listen- und Wahlkreiskandidaten der CSU präsentieren. Wer den Auftritt der Kanzlerin miterleben möchte, sollte sich rechtzeitig auf den Weg machen, denn für die rund 2400 Plätze im Zelt ist keine Reservierung möglich. Durch die verschärften Kontrollen kommt es außerdem möglicherweise zu Wartezeiten am Eingang. Im Zelt soll es verschiedene Zonen geben, für geladene Gäste, die Presse und die restlichen Besucher.

Die Umwelt-Organisation Greenpeace hat bereits angekündigt, am Rande des Besuchs der Kanzlerin zu demonstrieren. Mit der Protestaktion wollen die Aktivisten Merkel an ihre "Verantwortung für die Gesundheit der Deutschen" sowie "eine bessere Verkehrspolitik" erinnern. Weitere Demonstrationen sind laut Polizeihauptkommissar Jakob nicht angekündigt. Die Polizei habe Vorkommnisse, wie es sie in anderen deutschen Städten während Auftritten der Kanzlerin gab "auf dem Schirm", sagt Jakob. "Unser Sicherheitskonzept ist entsprechend geplant, die Beamten instruiert." Konkrete Hinweise auf geplante Störungen der Veranstaltung gebe es nicht.

(Von Kristin Deibl)
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